|
Rundbrief
an die Mitglieder und FördererInnen des
Studienkreises Deutscher Widerstand 1933 - 1945
|
|
|
|
Sein Tod reißt eine große
Lücke! |
|
 |
Peter
Gingold, unser Ehrenmitglied, ist am 28. Oktober im Alter von 90
Jahren in Frankfurt am Main verstorben.
In der Person von Peter Gingold verbinden sich der aufrechte Gang in
der Zeit der faschistischen Unterdrückung,
Verfolgung und Entmenschlichung, der Mut und die Verantwortung im
Widerstand gegen das faschistische Regime und das unermüdliche,
geradlinige Wirken gegen das Vergessen und für ein demokratisches
Deutschland nach 1945.
Viele Menschen kannten ihn, den engagierten antifaschistischen
Kämpfer bis in die letzten Tage seines Lebens. Peter Gingold war
immer dabei wo es galt, sich gegen Neofaschismus, Rassismus, soziale
Ungerechtigkeit und Ausgrenzung und für seine Vision von einer
sozialen und menschenwürdigen Gesellschaft, frei von Krieg und
Ausbeutung einzusetzen. Seine lebhafte und beeindruckende Art hat
insbesondere auch junge Menschen begeistert. Er wird uns fehlen, und
wir werden ihn nicht vergessen! |
|
Peter Gingold, der viel gefragte Redner und
Zeitzeuge am 27. Januar 2006 im Gespräch mit Zehntklässlern in der
Goetheschule in Neu-Isenburg Foto: El Cheik |
|
|
Eine
beeindruckende Trauerfeier für Peter Gingold mit mehr als 1000
Menschen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland fand am 5.
November im Gewerkschaftshaus in Frankfurt am Main statt. Dort wurde
auch nachstehender Brief des Vorstands an die Angehörigen von Peter
in das Kondolenzbuch gelegt. |
Liebe Angehörige der Familie Gingold,
wir möchten Euch zum Tod von Peter, unserem Ehrenmitglied,
unsere tief empfundene Anteilnahme ausdrücken.
Wir erinnern uns mit großer Dankbarkeit an die vielfältigen
Begegnungen mit ihm, an die zahlreichen Beiträge, die er zur
Arbeit des Studienkreises Deutscher Widerstand geleistet hat.
Besonders wichtig waren die internationalen, die europäischen
Dimensionen des Widerstandes gegen den Faschismus, die in
seinem Leben und seinem Kampf besonders eindrucksvoll
erschlossen wurden.
Das hohe Lied der internationalen Solidarität hat in seiner
Person und seinem Wirken wahrhaft Gestalt angenommen.
Wir sind sehr traurig, aber auch gewiss, dass die Erinnerung
an Peter bleibt und uns in unserer Arbeit weiter bestärken
wird.
Wir umarmen Euch in tiefer Trauer.
Der Vorstand
Christoph Jetter, Cora Mohr, Elke Engelhard, Reinhard
Bähnisch, Dirk Krüger
|
|
zurück zum
Inhaltsverzeichnis |
|
Mitgliederversammlung |
|
|
|
Unsere neue Helferin stellt sich vor. |
|

Foto: Th. Altmeyer |
Mein Name ist Chris Weniger, und ich bin seit Frühjahr
2006 als Ehrenamtliche im Studienkreis aktiv. Von Beruf bin ich Lehrerin
für Kunst und Deutsch an Haupt- und Realschulen und habe in den
vergangenen Jahren Sprachkurse für Aussiedler gegeben.
Während meines Studiums in Marburg begegnete ich u. a. Professor Reinhard
Kühnl und dessen Forschungsgebiet des Faschismus, wofür ich mich schon in
der Oberstufe interessierte. Auch wenn ich nach drei Semestern mich von
der Politologie verabschiedete, blieb mein Interesse für die Hintergründe
der Geschichte des Nationalsozialismus und die politische
Auseinandersetzung mit dem NS stets bestehen.
|
| Speziell die Geschichte des Widerstands
verdient eine besondere Beachtung, der nicht immer Rechnung getragen
wurde. Daher halte ich die Arbeit unseres Studienkreises für immens
wichtig, und es macht mir Freude, an diesem „Geschehen“ mitwirken zu
können. Meiner Liebe zu Büchern kommen die umfassenden Tätigkeiten in der
Bibliothek entgegen. Es macht mir Spaß, mit dem Team zusammen zu arbeiten. |
zurück zum
Inhaltsverzeichnis |
|
WIR GRATULIEREN |
|
Die VVN-BdA Kreisvereinigung Frankfurt am Main und Umgebung feierte am 19.
November ihr 60jähriges Bestehen. Die Gründung erfolgte am 17.11.1946 in der
Westend-Synagoge in Frankfurt.
zurück zum Inhaltsverzeichnis
|
|
Besuch im Studienkreis |
|

Hans Lauter (Bildmitte) bei der Dokumentenübergabe in unserer
Geschäftsstelle im Gespräch mit Ursula Krause-Schmitt und Christoph Jetter
Foto: Cora Mohr |
|
Im Juli d. J. übergab uns Hans Lauter, der inzwischen über neunzigjährige
Zeitzeuge und Veteran des Widerstandes, langjähriger Vorsitzender der
VVN-BdA (früher IVVdN) in Sachsen ein Konvolut mit Nachlassdokumenten des
ehemaligen kommunistischen Dachau- und Flossenbürghäftlings Rudolf
Kannler.
Die Dokumente enthalten überaus wertvolle Originalunterlagen (u. a.
Manuskripte, Briefe, Postkarten, Reden, Zeitungen), zu denen auch solche
von Friedl Kannler, der Lebensgefährtin Rudolf Kannlers, aus deren
Haftzeit in Ravensbrück gehören, ebenso ein Bericht über den Todesmarsch
der Dachauhäftlinge und über das Ende des KZ Dachau. Wir danken Hans
Lauter und der Familie Rudolf Kannlers für diese vertrauensvolle Übergabe
und Bereicherung unseres Dokumentationsarchivs. Wir werden die Dokumente
so bald wie möglich im Rahmen der Archivbearbeitung zugänglich machen.
|
Hinzugefügt sei an dieser Stelle wenigstens der Hinweis, dass Hans Lauter
Alfred Hausser 1934 in der illegalen Arbeit des KJVD und danach in der
Untersuchungshaft „begegnete“, woraus sich eine lebenslange Freundschaft
der beiden Antifaschisten entwickelte. Hans Lauters Lebensweg ist eine
eigene Geschichte, die vom Beruf des ehemaligen Glasschleifers über den
illegalen Widerstand 1933/1934 an der deutsch-tschechischen Grenze und in
Sachsen, über Verhaftung und Verurteilung durch den Volksgerichtshof und
Zuchthaus im Nazivollzug bis zur späteren Lehrtätigkeit als promovierter
Professor der Philosophie in der DDR reicht, um nur wenige Stationen
dieser außergewöhnlichen Biographie zu nennen.
Christoph Jetter
|
zurück zum Inhaltsverzeichnis |
|
Wer
kann hier helfen? |
|
1. Der uns nahe stehende Andreas Diers hat folgende Anfrage an
uns:
Für meine Forschungen über das Leben und Werk von Wolfgang Abendroth
(1906-1985) suche ich vor allem noch schriftliche Materialien, die direkt von
Wolfgang Abendroth stammen oder die im Zusammenhang mit seinem Leben und
politischen Wirken in Frankfurt am Main stehen (wie z. B.: Unterlagen der
parteiunabhängigen „Freien Sozialistischen Jugend“, der „Kommunistischen Partei
Opposition“, des „Sozialistischen Schülerbundes“, der „Roten Hilfe“, der
Rechtsanwältin Elfriede Cohnen und der sozialistischen und kommunistischen
StudentInnen) – und/oder persönliche Erinnerungen an ihn aus seiner Zeit in
Frankfurt am Main in den Jahren 1912-1936.
Andreas Diers; Tel.: 0160-96 86 59 62, E-Mail: andreas.diers.hb@t-online.de
2. Unsere Förderer Walter Wöll braucht Hilfe bei folgenden
Recherchen:
Ich arbeite an einem biografischen Projekt über den antifaschistischen
Widerstandskämpfer Karl Schild. Dabei bin ich auf zusätzliche Informationen über
seine politischen Aktivitäten sowie über sein privates und berufliches Leben,
vor allem für den Zeitraum 1926 - 1935, in Mannheim angewiesen. Wichtig wären
auch Hinweise über seine Kindheit und Jugendzeit in Mannheim. Karl Schild wurde
am 22.09. 1910 in Mannheim-Feudenheim geboren.
Weiterhin würden mir Informationen über seine Zeit im Strafbataillon 999 sowie
über seine politischen Aktivitäten und sein privates und berufliches Leben, vor
allem im Zeitraum von 1947 bis in die 1950er Jahre, weiterhelfen.
Walter Wöll, Kirchenrottweg 4, 63329 Egelsbach, Tel.: (06103) 44847, E-Mail:
koewoe@t-online.de
zurück zum Inhaltsverzeichnis |
|
Tagung zu 40 Jahre Studienkreis |
|
Vor 40 Jahren, im Februar 1967, fand in Frankfurt eine viel beachtete Konferenz
mit dem Titel „Probleme des Widerstandes und der Verfolgung im Dritten Reich im
Spiegel der Schulbücher und des Unterrichts“ statt, aus der der Studienkreis
hervorging. Die
Mitgliederversammlung vom 26.11.2005 hatte deshalb auf Vorschlag des alten
Vorstands beschlossen, dass der Studienkreis im Frühjahr 2007 eine
wissenschaftliche Tagung zur Bestandsaufnahme der Vermittlung des Themas
Widerstand in der NS-Zeit an der Schule und in der außerschulischen
Bildungsarbeit sowie zur Diskussion neuer Vermittlungskonzepte durchführt.
Inzwischen haben Cora Mohr und Christoph Jetter
vom Vorstand und Thomas Altmeyer als unser Hauptamtlicher sowie die nach wie vor
engagiert mitarbeitende Ursula Krause-Schmitt als mit der Planung beauftragte AG
„Tagung“ ein erstes Konzept für diese wissenschaftliche Tagung erstellt. Wir
verweisen dazu auch auf den Beitrag mit der Vorankündigung der Tagung wie
hierunter in den informationen Nr. 64.
|
1967-2007
40 Jahre Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945
17./18.03.2007 Frankfurt am Main
Wissenschaftliche Tagung (Vorankündigung):
„Widerstand gegen den Nationalsozialismus – Perspektiven der
Vermittlung“
(i n m e m o r i a m P e t e r G i n g o l d)
im Haus der Jugend, Deutschherrnufer 12;
unterstützt durch die Martin-Niemöller-Stiftung, IG Metall und die GEW
Hessen
Geplante Themen:
Stand und Perspektiven der Widerstandsforschung – Widerstand in den
Schulbüchern – Zeitzeugengespräch – die mediale Vermittlung von Widerstand
und Verfolgung durch Fernsehdokumentationen – Widerstand als Thema in der
Lehrerausbildung – Perspektiven für die Vermittlung des Widerstandes ohne
Zeitzeugen – Menschenrechtsarbeit
in der historisch-politischen Bildung
Es referieren u. a.:
Dr. Beate Kosmala (Gedenkstätte Stille Helden), Prof. Dietfrid
Krause-Vilmar (Fritz-Bauer-Institut), Prof. Jörg Wollenberg (Universität
Bremen), Dr. Falk Pingel (Georg-Eckert-Institut), Hannes Heer (Historiker,
ehem. Leiter der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“), Prof. Martin
Stöhr (Martin-Niemöller-Stiftung), Thomas Altmeyer (Studienkreis Deutscher
Widerstand 1933-1945).
Die Tagung ist zur Akkreditierung beim Institut für Qualitätsentwicklung
angemeldet. |
zurück zum Inhaltsverzeichnis |
|
Ausstellungstermine |
|
"Kinder im KZ
Theresienstadt - Zeichnungen, Gedichte, Texte" |
• Ende Nov. - .Mitte Dez. 2006 (Anmeldung)
Lahnstein (Marion-Dönhof- Gymnasium)
• 21.01.-04.02.07 Altenholz (Gemeindehaus)
|
"Frauen im Konzentrationslager 1933-1945. Moringen,
Lichtenburg, Ravensbrück" |
• 10.01.-04.02.07 Bad Pyrmont (VHS)
• 28.09.-07.10.07 Gelnhausen (ehem. Synagoge)
zurück zum Inhaltsverzeichnis |
|
Termine anderer veranstalter |
|
13.01.2007 Berlin-Kreuzberg
12. Antifaschistisches Jugendtreffen der VVN-BdA im STATTHAUS BÖCKLERPARK,
Prinzenstr. 1, Berlin-Kreuzberg; Beginn: 14 Uhr; Motto: Der Utopie dicht auf den
Fersen – Antifaschismus ist mehr als eine Gegenbewegung! Rassismus,
Antisemitismus und Neofaschismus stoppen! Eröffnung mit einem Filmbeitrag zum
Leben und Wirken des am 29.10.2006 verstorbenen Peter Gingold. Die Ergebnisse
von vier Arbeitsgruppen sollen auch Bestandteil der Podiumsdiskussion mit dem
Titel „Strategien gegen Rechts – Zukunftsentwurf Antifaschismus“ sein.
Kontakt/Info: Esther Broß/ Paul Bauer, Weidenstraße 30, 77871 Renchen; Tel :
(07843) 83 93, Fax: (07843) 8 41 25,
E-Mail: bauer-leible@t-online.de
27.01.2007, 19 Uhr Frankfurt am Main
„Davon haben wir nichts gewusst!“ Die Deutschen und die Judenverfolgung
1933-1945 – Peter Longerich (Autor des Buches mit o. a. Titel) im Gespräch
mit Christian Schneider im Casino-Gebäude, Raum 1.812, Fritz Bauer Institut,
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt. Peter Longerich ist Professor für Moderne
Deutsche Geschichte und Direktor des „Research Centre for the Holocaust and
Twentieth-Century Historie“ am Royal Holloway College der Universität London;
Christian Schneider ist Soziologe und Forschungsanalytiker in Frankfurt am Main
und Privatdozent an der Universität Kassel. Kontakt/Info: Adresse Institut s.
o., Tel.: (069) 79 38 22-40, Fax: -41, E-Mail: info@fritz-bauer-institut.de
15.02.-17.02.2007 Berlin
Tagung: „Nationalsozialismus und Geschlecht“ Freie Universität Berlin,
Clubhaus der FU, Goethestr. 49, 14163 Berlin; interdisziplinäre und
internationale Tagung des Kunsthistorischen Instituts und des Instituts für
Soziologie der FU unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Busch und Prof. Dr.
Helgard Kramer, mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft; Idee,
wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Dr. des. Elke Frietsch und
Dipl.-Soz. Christina Herkommer; am 18.02. Möglichkeit der Teilnahme an
einer Exkursion zur Gedenkstätte Ravensbrück; Tagungsanmeldung/Info: FU
Berlin Institut für Soziologie, Christina Herkommer, Garystr. 55, 14195 Berlin;
Tel. (030) 8
38-5 76 24/-5 76 22; Programm/Anmeldeformular: s. auch Internet über Google,
Suchbegriff: Tagungstitel
15.02.2007 , 19 Uhr Frankfurt am Main
Buchvorstellung Claudia Fröhlich: „Wider die Tabuisierung des Ungehorsams“.
Fritz Bauers Widerstandsbegriff und die Aufarbeitung von NS-Verbrechen – im
Casino-Gebäude, Raum 1.802, des Fritz Bauer Institut, Grüneburgplatz 1, 60323
Frankfurt. Claudia Fröhlich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der
Forschungsstelle Widerstandsgeschichte der FU Berlin und der Gedenkstätte
Deutscher Widerstand. Kontakt/Info: Adresse Institut s. o., Tel.: (069) 79 38
22-40,
Fax: -41, E-Mail: info@fritz-bauer-institut.de
04.03.2007, 11 Uhr Lohheide
“Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen“, Führung mit Elke von
Meding durch das Dokumentationszentrum und über das Gelände des ehemaligen
Lagers; weitere bes. Führungen der Gedenkstätte im ersten Vj. 2007: 21.01.,
27.01, 18.02. und 18.03. jeweils ab 11 Uhr. Die Dauerausstellung zur Geschichte
des Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen sowie zur
Gesamtgeschichte des nationalsozialistischen Verfolgungssystems ist täglich von
9 bis 18 Uhr geöffnet. Kontakt/Info: Stiftung niedersächs. Gedenkstätten,
Gedenkstätte Bergen-Belsen, 29303 Lohheide; Tel.: (05051) 47 59-0, Fax: (05051)
47 59-18,
E-Mail: Bergen-Belsen@t-online.de
| |
Eine besondere Spende
Unser langjähriger hauptamtlicher Mitarbeiter Lutz Reimers, der von
seinem neuen Wohnort Bad Salzuflen aus als „Außenstelle des
Studienkreises“ weiterhin engagiert für uns wirbt, hat sogar seinen 60.
Geburtstag für den Studienkreis „eingesetzt“: Er hatte dafür geworben,
dass anstelle von Geschenken für ihn Spenden an den Studienkreis geleistet
werden sollten. Dabei kam der tolle Betrag von 1.575 Euro zustande!
Darüber hat sich nicht nur Lutz sehr gefreut! Und ähnlich kreative Ideen
werden ihm bestimmt auch in Zukunft einfallen!
|
|
zurück zum
Inhaltsverzeichnis |
|
Impressum
|
Hrsg.: Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945
Herstellung: Hartmut Mohr
Der Rundbrief erscheint mindestens halbjährlich.
Bezugsadresse: Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, Rossertstr. 9, 60323
Frankfurt,
Tel.: (069) 72 15 75, Fax: (069) 71 03 42 54
email: kontakt@studienkreis-widerstand-1933-45.de
Internet: www.studienkreis-widerstand-1933-45.de
Bankverbindung: Postbank Frankfurt/M., Konto 314 124 603, BLZ 500 100 60
Öffnungszeiten: Dienstag - Donnerstag 10-17 Uhr |
|