Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

Rundbrief Nr. 13, Februar 2004

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Liebe Mitglieder und FördererInnen des Studienkreises,
die letzte Mitgliederversammlung hat erstmals Schwerpunkte für die Arbeit des Studienkreises in den kommenden zwei Jahren beschlossen. Mit diesem Antrag verbunden war jedoch auch die eindringliche Bitte an die Mitglieder zur Mitarbeit, ohne die diese wichtigen Vorhaben kaum zu realisieren sind. Details dazu und der Aufruf werden hier noch einmal wiederholt.

Hartmut Mohr

NEUER VORSTAND

Stärkere Veränderungen

In der letzten Mitgliederversammlung am 22.11.2003 wurde auch nach Ablauf der Wahlperiode ein neuer Vorstand gewählt.

Dabei wollten drei engagierte Frauen, die jahrelang wertvolle Arbeit im Vorstand geleistet hatten, wegen beruflicher und anderer ehrenamtlicher Belastung nicht mehr kandidieren: die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Barbara Leissing und Cora Mohr und die Beisitzerin Margret Hamm. Erfreulicherweise arbeiten sie jedoch weiterhin im Studienkreis mit: Margret Hamm in der Redaktion der "informationen" und Barbara Leissing und Cora Mohr u.a. in Arbeitskreisen, die in der Mitgliederversammlung beschlossen wurden.
 

Und wie sieht der neue Vorstand aus?
Der neue Vorsitzende ist der alte:
Heiko Lüßmann,
der sich noch einmal zur Verfügung stellte.
Elke Hartig und Hartmut Mohr,
bisher Beisitzer im Vorstand, wurden als neue stellvertretende Vorsitzende gewählt.
Als Beisitzer bestätigten die Mitglieder
Dirk Krüger und Artur Roth
und als neue gewählt wurden
Jana Mikota und Reinhard Bähnisch,
die sich Ihnen hier noch besonders vorstellen.

Der Vorstand dankt auch an dieser Stelle Margret Hamm, Barbara Leissing und Cora Mohr herzlich für ihre fruchtbare Mitarbeit in diesem Gremium und wünscht den beiden Neuen alles Gute bei ihrer Arbeit für den Studienkreis.

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ES STELLEN SICH VOR

Die Neuen im Vorstand

Reinhard Bähnisch (Beisitzer)

Reinhard Bähnisch (Beisitzer): 1948 wurde ich geboren. Von Beruf bin ich Elektroniker und arbeite bei der Großindustrie.

Meine privaten Interessen und die Erziehung unserer drei Kinder über Kindergarten und Schule haben mich immer wieder mit den Mängeln und Mittelkürzungen der Politik konfrontiert und meine Einmischung, mein Engagement provoziert. So wurde ich mit deutscher Geschichte und den Wurzeln unserer Vergangenheit vertraut.

Über private Recherchen zum Vorort Heddernheim für ein Stadtteiljubiläum und die Mitarbeit in einer schulischen Arbeitsgemeinschaft über ehemalige jüdische Schüler kam ich immer wieder mit dem Studienkreis Deutscher Widerstand in Verbindung.

Jetzt möchte ich mich darum kümmern, dass der Studienkreis bei Frankfurter Schülern und Lehrern bekannter wird und beide das Archiv mit seinen vielfältigen Möglichkeiten stärker nutzen. Entdeckendes Lernen mit dem Studienkreis soll ein fester Bestandteil Frankfurter Schulen werden.

Jana Mikota (Beisitzerin)

Jana Mikota (Beisitzerin): Ich bin 30 Jahre alt und arbeite im Moment als Lehrbeauftragte der Universität-Gesamthochschule Siegen.

Zum Studienkreis gekommen bin ich durch meine Arbeit zu dem Thema "Frauen und Kinder im Exil" sowie durch zahlreiche Veranstaltungen, die ich in Siegen organisiert habe. Obwohl ich in Siegen lebe, werde ich versuchen, dass meine Mitarbeit im Vorstand darunter nicht leidet.


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WIR GEDENKEN

 
Ein beeindruckender Kämpfer und Mahner hat uns verlassen! Willy Schmidt ist am 21. September 2003 im Alter von 92 Jahren verstorben.

Er hat bis zuletzt gegen Faschismus und Krieg und für eine neue Welt des Friedens und der Freiheit gekämpft. Der Antifaschist, Buchenwald-Häftling und langjährige Gewerkschaftsfunktionär Willy Schmidt war ab 1987 auch Mitglied des Studienkreises und hat von 1990-1995 bei uns im Vorstand mitgearbeitet. Vor allem aber engagierte sich Willy Schmidt als Gewerkschafter lebenslang für die Arbeitnehmer - für eine Welt ohne Ausbeutung und Arbeitslosigkeit, und ab seinem Ruhestand 1977 verstärkt in der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora. Er war dort verantwortlicher Redakteur und Herausgeber der "Glocke von Ettersberg", dem Mitteilungsblatt der Lagergemeinschaft. Und besonders war ihm an der Mitgestaltung der jährlichen Feiern zum Gedenken der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald gelegen.

Ein so außergewöhnlicher Mensch wie Willy Schmidt wird nicht vergessen werden!
 

Willy Schmidt am 13. April 2003

Willy Schmidt am 13. April 2003 ein letztes Mal bei der jährlichen Feier zum Gedenken der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald auf dem Ettersberg
(hier begrüßt von Cora Mohr)
Foto: Andrea Mohr

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ARBEITSGRUPPEN

Wer will hier noch mitgestalten?

Die letzte Mitgliederversammlung hat u.a. auch nachstehenden Vorstandsantrag, der allen Mitgliedern schon mit der Einladung zugesandt worden war, einstimmig beschlossen:
"Neben der Herausgabe der ´informationen´ und der Sicherstellung des öffentlichen Zugangs der Bibliothek und des Archivs werden für die Arbeit des Studienkreises für die nächsten zwei Jahre folgende Schwerpunkte beschlossen:

1. Umsetzung des Projektes Digitalisierung der Bibliothek und des Archivs zur Sicherung des wissenschaftlichen Zugangs zur Bibliothek und zum Archivbestand unter heutigen und zukünftigen technischen Arbeitsanforderungen.

2. Erarbeitung des Themas Widerstand für das Internetportal der Stadt Frankfurt ´Topografie des NS-Zeit´ u.a. durch Erschließung widerständiger Biografien.

3. Entwicklung von neuen Konzepten der Erinnerungsarbeit mit Schülern und jungen Menschen zum Themenbereich Widerstand in Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Institutionen der außerschulischen Bildungsarbeit. Weiterentwicklung des Konzeptes ´Entdeckendes Lernen im Archiv´.

Um die Umsetzung der Schwerpunkte sicherzustellen, werden für alle drei Arbeitsbereiche Arbeitsgruppen gebildet."

Wie auch in der schriftlichen Begründung dieses Antrags eindringlich dargelegt, ist der Studienkreis bei diesen Arbeitsgruppen auf die Mitarbeit von Mitgliedern angewiesen. In der Versammlung haben sich erfreulicherweise dazu schon einige Mitglieder gemeldet - aber (wieder) überwiegend Vorstandsmitglieder, die ja wie die Mitarbeiter/Mitarbeiterin durch engagierte Mitglieder unterstützt werden sollen.

Wir bitten Sie also, mit dafür zu sorgen, dass die hier beschriebenen Arbeiten zeit- und fachgerecht erledigt werden können! Bringen Sie hier Ihre Ideen und Ihre Sachkenntnis ein! Wirken Sie mit bei der erforderlichen Weiterentwicklung Ihres Studienkreises! Sie werden gebraucht!

Der Vorstand hat für jede der Arbeitsgruppen eine verantwortliche Kraft benannt (Vorstandsmitglied bzw. Mitarbeiterin). Bei Interesse an einer Arbeitsgruppe rufen Sie bitte dort (s. nachstehende Angaben) oder aber auch bei der Geschäftsstelle an.

Arbeitsgruppe 1 "Digitalisierung": Heiko Lüßmann, Tel.: (06084) 21 01 und (069) 78 38 62;
Arbeitsgruppe 2 "Topografie": Ursula Krause-Schmitt, Tel.: (069) 71 03 58 39;
Arbeitsgruppe 3 "Neue Konzepte": Reinhard Bähnisch. Diese Arbeitsgruppe tagt erstmals am 31.01.04 um 10 Uhr im Studienkreis. Interessierte Mitglieder sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!
 
(Die Termine der beiden anderen Gruppen liegen noch nicht vor. Bitte fernm. erfragen.)

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AUSSTELLUNG

Gelungene Präsentationen

Stadtbüchereien sind optimale Orte für unsere Ausstellung "Kinder im KZ Theresienstadt".

Sowohl in der Kinder- und Jugendbücherei Frankfurt-Bornheim als auch in der Stadtbücherei Dreieich-Sprendlingen fand unsere Wanderausstellung eine hervorragende Aufnahme.

Die jeweiligen Leiterinnen und ihre Mitarbeiterinnen setzten alles daran, die Ausstellungstafeln optimal zu präsentieren, gestalteten aus ihren Beständen eindrucksvolle Büchertische und waren engagierte Ansprechpartnerinnen für Schulklassen und andere Gruppen. Für unser besonderes Angebot in beiden Büchereien, das Gespräch vor allem zwischen SchülerInnen und ZeitzeugInnen, waren eigene Bereiche vorberei
tet worden, die diese wichtigen Kontakte unterstützten. Zu dem positiven Ergebnis trugen hier natürlich auch die ZeitzeugInnen Edith Erbrich dazu in Bornheim das Ehepaar Rohan bei, die ihre GesprächspartnerInnen beeindruckten (s. auch Interview usw. im Ausstellungskatalog).

Rückfragen ergaben, dass während der Zeit der Ausstellung mehr BesucherInnen in die Stadtbüchereien kamen und die Ausleihe von themen-spezifischen Jugend- und Sachbüchern leicht stieg. Zwei Beispiele, die zur Nachahmung anregen sollten!

 

Eröffnung der Ausstellung in Frankfurt-Bornheim
 
Die Eröffnung der Ausstellung in Frankfurt-Bornheim am 22.September 2003 - in der Bildmitte die Zeitzeuginnen Edith Erbrich geb. Bär und ihre Schwester Hella
Foto: Hartmut Mohr

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AKTIONEN

Banker als Anstreicher

von links: Daniel Brückner, Conni Keth und Andreas Franz

Die renovierungsbedürftigen Räume des Studienkreises gehörten zu den sechs Projekten in Frankfurt, die das Institut für Sozialarbeit den MitarbeiterInnen der State Street Corporation für ihr ehrenamtliches Engagement vorgeschlagen hatte.

Bei diesem Unternehmen ist es üblich, dass sich weltweit die Belegschaft einen Arbeitstag pro Jahr frei nehmen kann, um an ihrem Wohn- oder Arbeitsort im Rahmen einer gemeinnützigen Einrichtung zu arbeiten.

Am 28. November 2003 war es dann so weit: Pünktlich um 9 Uhr rückten eine couragierte junge Frau und zwei junge Männer an, um Flur, Küche und WC zu streichen.

Als die munteren jungen Leute gegen 16 Uhr gingen, erstrahlten die Räume in hellem Weiß. Herzlichen Dank für diese notwendige Verschönerung und sichtbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen!

Fertig! Die drei fleißigen "Banker" vor der endlich weißen Flurwand
(von links: Daniel Brückner, Conni Keth und Andreas Franz)
Foto: Ursula Krause- Schmitt

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Ausstellungstermine

 

"Frauen im Konzentrationslager 1933-1945. Moringen, Lichtenburg, Ravensbrück"

▪ März 2004 Düsseldorf - Verein für Frauenkommunikation (angefragt)

"Kinder im KZ Theresienstadt - Zeichnungen, Gedichte, Texte"

12.01.-30.01.04 Dreieich-Sprendlingen (Stadtbücherei)
01.02.-22.02.04 Bad Arolsen (BAC-Stube)

15.03.-19.03.04 Neu-Isenburg (Bertha-von-Papenheim-Gedenkstätte)
▪ November 2004 Hanau Kulturverein (angefragt)

und schon der erste feste Termin für 2005:
17.01.-30.01.05 Schwalbach (Jugendbildungswerk)

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Termine anderer veranstalter


11.04.2004 Weimar/Buchenwald
Kundgebung:
Jährliche Selbstbefreiungsfeier der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora; Bus ab DGB-Haus in Ffm, W.-Leuschner-Str., Kostenbeitrag 10 €; Kontakt/Info: DGB, Horst Koch-Panzner,
Tel.: (069) 27 30 05 74, E-Mail: horst.koch-panzner@dgb.de

25.06.-27.06.2004 Weimar/Buchenwald
Seminar: "Der Schoß ist fruchtbar noch ... - Eine Fahrt in die Vergangenheit", Besuch der KZ-Ge-denkstätte Buchenwald; Kostenbeitrag 50 €; Kontakt/Info: DGB-Region Ffm-Rhein-Main,
W.-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Ffm, Horst Koch-Panzner; Fax: (069) 27 30 05-79, E-Mail (s.o.)

02.07.-04.07.2004 Luxemburg
Seminar: "Unterdrückung und Widerstand - Die deutsche Besetzung von Luxemburg 1940-1945"; mit Besuch der Gedenkstätte Hinzert; Kostenbeitrag 80 €; Kontakt/Info: DGB-Bildungswerk Region Frankfurt-Rhein-Main, Horst Koch-Panzner (s.o.)

Bildungsurlaub - DGB-Bildungswerk Hessen e.V. in Kooperation mit Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.:

- 28.06.-02.07.2004 Auschwitz/Polen
Spurensuche in Auschwitz-Birkenau und Krakau;
- 06.09.-10.09.2004 Auschwitz/Polen
Frauen und Auschwitz;
- 19.09.-24.09.2004 Lublin/Polen
Belzec, Sobibor, Treblinka - Die Vernichtungslager der "Aktion Reinhardt";
-
18.10.-22.10.2004 Auschwitz/Polen
Sinti und Roma im Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau.

Info: DGB-Bildungswerk Hessen e.V., Wilh.-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Ffm, Tel.: (069) 27 30 05 61, Fax: -66, E-Mail: bildungswerk@hessen.dgb.de
 

Auzug aus der "OFFENBACH-POST"
vom 09.01.04
 
Auzug aus der "OFFENBACH-POST"
 

"Der Auschwitz-Prozess. 40 Jahre danach".
Eine historisch-dokumentarische Ausstellung mit internationaler zeitgenössischer Kunst des Fritz Bauer Instituts vom 27. März bis 25. Mai 2004 im Haus Gallus und im IG-Farben-Haus (Institutsräume auf dem Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität) in Frankfurt am Main.

Kontakt/Info: Fritz Bauer Institut, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt, Tel.: (069) 79 83 22-40,
Fax: (069) 79 83 22-41,
E-Mail: info@fritz-bauer-institut.de,
Internet: http//www.fritz-bauer-institut.de/ausstellungen/auschwitz-prozess.htm
 

Achtung: Im Rahmen des Ausstellungsprojektes sucht das Institut Zeitzeuginnen und -zeugen, die den Ausschwitz-Prozess besucht haben und bereit sind, ihre Erlebnisse und Eindrücke in Gesprächen und Interviews zu schildern. Auch schriftliche Aufzeichnungen oder Schulaufsätze aus dieser Zeit sind für das Institut von großem Interesse!

Informationen oder Nachfragen bitte an: Fritz Bauer Institut (Adresse s.o.) Dagi Knellessen (Mo bis Do), Tel.: (069) 79 83 22-29, Fax: -41, E-Mail: d.knellessen@fritz-bauer-institut.de und
Marcel Atze (Di bis Do), Tel.: (069) 79 83 22-30, E-Mail: m.atze@fritz-bauer-institut.de

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Impressum

Hrsg.: Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 
Herstellung: Hartmut Mohr 
Der Rundbrief erscheint mindestens halbjährlich. 
Bezugsadresse: Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, Rossertstr. 9, 60323 Frankfurt, 
Tel.: (069) 72 15 75, Fax: (069) 71 03 42 54, email: kontakt@studienkreis-widerstand-1933-45.de
Internet: www.studienkreis-widerstand-1933-45.de 
Bankverbindung: 
- SEB Frankfurt/M., Konto 1 074 456 500, BLZ 500 101 11
- Postbank Frankfurt/M., Konto 314 124 603, BLZ 500 100 60  
Öffnungszeiten: Dienstag - Donnerstag 10-17 Uhr

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Übersicht über die letzten Mitgliederrundbriefe