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Am 17./18. März 2007 fand im Haus der Jugend in Frankfurt am Main die Tagung des Studienkreises mit dem Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus – Perspektiven der Vermittlung - In memoriam Peter Gingold“ statt. Mit über 150 Teilnehmern (Bild 1) übertraf das Teilnehmerecho alle Erwartungen. Das intensive inhaltliche Interesse an den Themen der Referate und der Arbeitsgruppen blieb bis zum Ende der Tagung mit dem der Zeitzeugen-Gesprächsrunde spürbar.
Ebenso wichtig war es, diese Tagung zu veranstalten, solange noch die persönliche Hilfe von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Anspruch genommen werden kann, wenn es um Fragen der Vermittlung von Widerstandsgeschichte geht. Dass die Tagung dem Gedenken an Peter Gingold, diesen menschlich und politisch so beeindruckenden Zeitzeugen und Widerstandskämpfer, gewidmet war, war einerseits als Hommage zu verstehen, aber genauso als Ansporn und Ermutigung. Peter Gingold – Kommunist, Jude und Aktivist der französischen Résistance, auch Ehrenmitglied des Studienkreises – war bis kurz vor seinem Tod im vergangenen Herbst ein unermüdlicher und leidenschaftlicher Vermittler der Geschichte des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Der Eröffnungsbeitrag von Arno Klönne, einer der Einlader von 1967, konnte aus Krankheitsgründen leider nur in einer Zusammenfassung verlesen werden. Das notwendige Fundament zur Erörterung der Vermittlungsfragen lieferten Falk Pingel, stellvertretender Direktor des Braunschweiger Georg-Eckert-Institutes für international vergleichende Schulbuchforschung, mit einem Referat zum Thema „Widerstand“ in den Schulbüchern der Sekundarstufe I und Thomas Altmeyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Studienkreises, der einen Überblick über den erreichten Stand der Widerstandsforschung und über bestehende Forschungsdefizite lieferte. Der als kritischer Historiker und Publizist vor allem durch die „Wehrmachtsausstellung“ bekannt gewordene Historiker Hannes Heer (Bild 2) thematisierte die mediale Geschichtsvermittlung, mit der Guido Knopp quotenwirksam die Zeit des Naziregimes „wohnzimmer- und stammtischgerecht“ aufbereitet.
Dietfrid Krause-Vilmar (Bild 3), zum Zeitpunkt der Tagung noch Interimsdirektor des Fritz-Bauer-Institutes, befasste sich kritisch mit der immer häufiger vertretenen These, die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus, zumal der von Verfolgung und Widerstand, sei in eine übergreifende „Menschenrechtspädagogik“ einzubetten. Hans Coppi, Berliner Historiker und Autor verschiedener Publikationen nicht allein zur Geschichte der „Roten Kapelle“, kreiste die Fragen ein, die mit dem bevorstehende Lebensende auch der letzten Zeitzeugen und deren Vermächtnis verbunden sind – kann es so etwas wie „Zeitzeugen der 2. Generation“ überhaupt geben, verdunkeln „Zeugen der Zeugen“ nicht eher die authentischen Botschaften der Angehörigen des Widerstands, die wir lebendig zu erhalten haben?
Der zweite Tagungstag begann mit Arbeitsgruppen, die jeweils mit
einführenden Thesen der Referenten eröffnet wurden. Über ihre Erfahrungen
aus einem trinationalen Projekt mit französischen, deutschen und polnischen
Studenten und Schülern berichtete Brigitte Kather, stellvertretende
Schulrektorin der Nelson-Mandela-Schule in Berlin. Kurt Schilde,
wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen, leitete die
Arbeitsgruppe zum Thema Jugendopposition am Beispiel des Spielfilmes
„Edelweißpiraten“. „Ein christliches Gewissen – am Beispiel von Dietrich
Bonhoeffer und Martin Niemöller“ lautete der Titel der von Martin Stöhr
(Martin-Niemöller-Stiftung) geleiteten Arbeitsgruppe. Frank Heidenreich von
der IG-Metallbildungsstätte Pichelsee übernahm die Arbeitsgruppe zum
Widerstand aus der Arbeiterbewegung und der „Widerstand von Juden“ war Thema
der von Ursula Krause-Schmitt geleiteten Arbeitsgruppe.
Unser Dank gilt allen, die durch ihre Unterstützung diese Tagung möglich
gemacht haben, insbesondere aber auch dem Bildungs- und Förderungswerk der
GEW im DGB, der GEW (Hessen), der IG Metall, der Martin-Niemöller-Stiftung
und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
der Tagung begonnenen Debatten und Gespräche (Bilder 7 und 8) fortgeführt und ihren Ausdruck inbestehende und neue Forschungs- und Vermittlungsprojekte finden werden. Fotos 1-6: Hartmut Mohr und 7-8: Cora Mohr Weitere Tagungs-Fotos s. auch: |
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Pressebericht: Zugänge zur Geschichte Mehr dazu>> (PDF) (antifa. Magazin der VVN-BdA für antifaschistische Politik und Kultur, Mai/Juni 2007) |
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