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Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V., Antifaschismus

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Entschädigungsakten - eine (weitere) Fundgrube für Forscher im Studienkreis

Die Bedeutung unserer Entschädigungsakten

Vom Landesverband der VVN-Bund der Antifaschisten Hessen hat der Studienkreis 985 Akten übernommen, die Unterlagen zu Entschädigungsverfahren von 1949 bis 1972 enthalten, in denen die AntragstellerInnen vom Sozialausschuss der VVN Landesverband Hessen vertreten worden sind.

Diese Akten enthalten insgesamt 1.138 Entschädigungsverfahren (Datensätze), die im Studienkreis in einer besonderen Access-Datenbank mit persönlichen Daten, Angaben über die Verfolgungsgeschichte und das Entschädigungsverfahren der Betroffenen sowie mit besonderen Quellenangaben zu den Verfahren erfaßt wurden.

Der Entschädigungsaktenbestand der VVN Hessen bezieht sich hauptsächlich auf die Verfolgung politischer Gegner des NS-Regimes, aber auch die Verfolgung und Entschädigung von rassistische Verfolgten und von Angehörigen der "vergessenen" Opfergruppen werden in einigen Verfahren sichtbar. In zahlreichen Fällen enthalten die Akten Originaldokumente sowie biographische Aufzeichnungen von Verfolgten, Gesprächsnotizen und Korrespondenzen, die im Bestand staatlicher Archive nicht enthalten sind. Insgesamt wurden hier u.a. rd. 600 Originaldokumente vorgefunden und in unser Dokumentationsarchiv aufgenommen. Die Entschädigungsakten dokumentieren sowohl die Leiden und Schicksale der verfolgten Menschen unter dem NS-Regime als auch die Praxis der Entschädigungsverfahren nach 1945.

Die Erfassung von Entschädigungsakten aus Hessen war das erste Projekt dieser Art, das einen konkreten, strukturierten Zugang für die wissenschaftliche Forschung ermöglicht. Es kann als Pilotprojekt für die Erfassung anderer Bestände von Entschädigungsakten gelten. Dies betrifft sowohl Aktenbestände der VVN in anderen Bundesländern als auch die Bestände in staatlichen Archiven.

Im Hessischen Hauptstaatsarchiv lagern zur Zeit ca. 120.000 Entschädigungsakten, die hinsichtlich der Entschädigungsverfahren noch nicht erschlossen sind. Ebenso verhält es sich mit Aktenbeständen im Besitz der Entschädigungsbehörden. Für die gesamte Bundesrepublik läßt sich sagen, dass die Erschließung von Entschädigungsakten in den staatlichen Archiven mittel- bis langfristig nicht realisiert werden kann.

Wie kann man bei diesen Entschädigungsverfahren recherchieren?

Für diese Datenbank mit über 1.100 Entschädigungsverfahren wurde ein Suchprogramm entwickelt, mit dem die Fülle von eingegebenen Daten überhaupt erst erschlossen, gesichtet und geordnet werden kann. Es ist erstaunlich, welche hoch interessante Informationen aus diesen Unterlagen über das Suchprogramm zutage gebracht werden.

Was ist mit diesem Programm möglich? Gezielte Abfragen u.a. nach Familiennamen, Geburtsort, nach EmigrantInnen und Emigrationsländern und -zeit, nach Schutzhaft- und U-Haftgefangenen mit Angabe der Haftanstalten und -dauer, nach Konzentrationslager mit Dauer und Grund der Beendigung des Aufenthaltes und nach der Todesart durch Verfolgung. Bei der Antragstellung für Entschädigung kann noch unterschieden werden zwischen Verfolgten, Angehörigen oder sonstigen Personen usw. usw. Und natürlich kann man von den Suchmasken aus auf den jeweiligen Gesamtvorgang gehen, wenn man Details wissen möchte und von Abfragen auch Listen oder Einzelvorgänge ausdrucken.

Und ganz wichtig - eine Volltextsuche nach Worten/Wortteilen in den eingegebenen Datensätzen ist selbstverständlich auch möglich! Jeder Datensatz bzw. Entschädigungsfall wird in vier Masken (persönliche Daten, Verfolgung, Entschädigung und Quellen) erfasst mit ergänzenden Textangaben zu Verfolgung und Entschädigung. Da kann man dann weitere Suchen starten und ausfiltern, zum Beispiel nach wichtigen Originaldokumenten in den Akten. Bei den Quellenangaben wird u.a. auch auf andere Dokumente in unserem Dokumentationsarchiv und auf Bücher aus unserer umfangreichen Bibliothek mit Bezug zum Entschädigungsverfahren hingewiesen.

Die Entschädigungsakten sind ein besonderer Fundus für Recherchen zur NS-Zeit! Dies beweisen auch zahlreiche Anfragen und Recherchen dazu u.a. von Archiven, Universitäten, HistorikerInnen und StudentInnen aus der gesamten Bundesrepublik und aus dem Ausland. Außerdem bieten sich gerade solche Verfahren an für SchülerInnen für das entdeckende Lernen im Archiv.

Nutzen Sie diese Recherchemöglichkeiten im Studienkreis!
 
 

Beispiel Suchmaske "Konzentrationslager"

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