Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

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SIeGENer ZEITUNG, 22-04-2005

Ausstellung bewegt: Frauen im Konzentrationslager
Exposition in der Uni-Bibliothek besteht aus Kurzbiografien

kk Siegen. "Moringen, Lichtenburg, Ravensbrück - Frauen im Konzentrationslager 1933 - 45" lautet der Titel der Wanderausstellung, die seit gestern im Foyer der Universitätsbibliothek an der Adolf-Reichwein-Straße zu sehen ist. Konzipiert wurde die Exposition vom Studienkreis Deutscher Widerstand in Zusammenarbeit mit der Lagergemeinschaft Ravensbrück. Dr. Ursula Krause-Schmitt vom Studienkreis Deutscher Widerstand erläuterte zur Eröffnung die Konzeption und die historischen Zusammenhänge. Dr. Jana Mitoka vom Fachbereich 2 der Universität Siegen hatte die Ausstellung auf den Haardter Berg geholt.

Moringen, Lichtenburg, Ravensbrück: Die Namen stehen in ihrer Abfolge für wachsendes Leid der Betroffenen und wachsende Menschenverachtung der Verantwortlichen. In Moringen befanden sich zwischen Juni 1933 und März 1938 etwa 1350 Frauen in "Schutzhaft". Die meisten von ihnen waren Kommunistinnen, Zeuginnen Jehovas, Sinti und Roma sowie Jüdinnen, die wegen "Rassenschande" inhaftiert worden waren. Am 31. März 1938 wurden die letzten 168 Frauen aus Moringen nach Lichtenburg gebracht. Das Frauen-KZ Lichtenburg existierte bis Mai 1939. Seit Mai 1939 und bis zur Befreiung am 30. April 1945 steht das Konzentrationslager Ravensbrück für unaussprechliches Leid und Grausamkeit. Frauen wurden gequält, gedemütigt, zu medizinischen Versuchszwecken missbraucht, zur Prostitution gezwungen, zur Zwangsarbeit verpflichtet, ermordet.

Das Besondere, das unter die Hautgehende der Ausstellung liegt in deren persönlicher Note. Auf 22 Tafeln sind die Biografien von 51 Frauen festgehalten. Jede Biografie ist einzigartig. Jedes Schicksal warnt davor, das Leben und vor allem das Leiden und auch Sterben der vielen aus rassistischen, politischen, weltanschaulichen, religiösen oder sozialen Gründen verfolgten und inhaftierten Frauen zu vergessen.
 

"Moringen, Lichtenburg, Ravensbrück - Frauen im Konzentrationslager 1933 - 45"

"Moringen, Lichtenburg, Ravensbrück - Frauen im Konzentrationslager 1933 - 45" lautet der Titel der Ausstellung, die gestern von Uni-Bibliotheksleiter Werner Reinhardt, Dr. Jana Mikota und Dr. Ursula Krause-Schmitt (von links) im Foyer der Universitätsbibliothek an der Adolf-Reichwein-Straße eröffnet wurde.

Jede Biografie ist bestückt mit einem Jugendfoto und - so weit vorhanden - einer aktuellen Aufnahme. Dr. Ursula Krause-Schmitt: "Mit diesem Gestaltungskonzept wollten wir zeigen, dass ein junges Gesicht von Erlebtem und Erlittenem überschrieben wird." Die Überlebenden waren vom Erlebten fürs ganze Leben geprägt. Die Historikerin zitiert eine einstige Insassin: "Das Lager läuft einem immer hinterher." Eindrucksvoll ist auch der Inhalt dreier Vitrinen, in denen Handarbeiten aus den drei Konzentrationslagern gezeigt werden.

Parallel zur Ausstellung wird am 28. April, 20 Uhr, im VEB der Film "Man nannte uns Kaninchen" gezeigt. Gegenstand des Films sind Zeitzeugnisse überlebender polnischer Frauen, an denen in Ravensbrück medizinische Versuche durchgeführt wurden. "Auf den Spuren einer mutigen Frau" heißt ein weiterer Film, der am 12. Mai, 20 Uhr, im VEB läuft. Am 9. Juni, 20 Uhr, lesen die Zeitzeuginnen Esther Bejarano und Birgit Gärtner ebenfalls im VEB.
 

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