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Neue Westfälische, 03/04-09-2005 |
Ausgerechnet Kinder
Im Westfalen-Kolleg erinnert eine Ausstellung an das Grauen der NS-Lager
Paderborn (ig). Die Erinnerung an die Gräuel der
nationalsozialistischen Terror-Herrschaft lebt auch im
60. Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fort: Am offiziellen
„Antikriegstag”, dem 1. September, wurde im Westfalen–Kolleg (Fürstenweg)
eine Ausstellung mit Texten and Bildern von Kindern aus dem
Konzentrationslager Theresienstadt eröffnet. Sie dauert bis 30. September
and wendet sich neben der interessierten Öffentlichkeit besonders an
Schulklassen.
Zusammengestellt wurde die Ausstellung vom Frankfurter „Studienkreis
Deutscher Widerstand 1933 - 1945”, nach Paderborn geholt vom Deutschen
Gewerkschaftsbund (DGB), Region Paderborn-Lippe-Höxter. Dessen Vorsitzende
Astrid Bartols forderte denn auch insbesondere die Jugend auf, sich mit
der NS-Zeit auseinander zu setzen. „Die Zeitzeugen, die aus eigenen
Anschauung berichten können, werden immer weniger,” warnte sie. Apropos
Zeitzeugen: Über den DGB in Paderborn können Schulklassen Kontakt zu der
in Frankfurt lebenden Zeitzeugin Edith Erbrich bekommen, die als Kind in
Theresienstadt eingesperrt war, and die darüber vor Schulklassen
berichtet.
„Was mich am meisten beeindruckt and auch erschrocken hat, das war die
Tatsache, dass die Kinder von Theresienstadt bunte Bilder gemalt haben.
Offenbar haben Kinder eine direkte Vorstellung von der Schönheit des
Lebens, egal in welchen Umständen”, sagte zur Eröffnung Anke Schroder,
Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn-Höxter –
unvorstellbar, ausgerechnet diesen Kindern etwas anzutun. Dennoch:
Theresienstadt war in der Regel nur Durchgangsstation in Richtung
Vernichtungslager in Auschwitz.
Eigentlich gebe es ja den Konsens „Nie wieder Krieg”, sagte Anke Schröder.
Dennoch sei der Friede immer gefährdet. Krieg beginne nicht erst mit dem
ersten Schuss, rückte die Superintendentin Konflikte um Nahrung, Wasser und Unterentwicklung in den Blick. ,,Wir erinnern uns an den Schrecken,
urn die Gegenwart und die Zukunft lebensfreundlicher zu gestalten. Die
Bilder der Kinder von Theresienstadt zeigen uns aber auch: Tod and Gewalt
sind mächtig, aber letztlich setzt sich das Leben durch."
Für die Musik zur Ausstellungseröffnung sorgten die Liedermacher „Markus &
Klaus”.
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Im Westfalen-Kolleg: Bis 30. September sind dort Texte und Bilder
von Kindern im Konzentrationslager Theresienstadt zu sehen. Von
links: Stellvertretender Bürgermeister Josef Hackfort,
DGB-Regionalvorsitzende Astrid Bartols, Superintendentin Anke
Schröder, Schulleiter Manfred Krugmann.
Foto: H.-H. Igges
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