Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

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LIPPISCHE LANDES-ZEITUNG, 10/11-01-2007

Nummer in der Haut, Schmerz in der Seele
Auschwitz-Überlebende Ester Bejarano las in Schötmar aus ihrer Autobiographie

Bad Salzuflen-Schötmar. "41948": Diese fünf Ziffern wurden der damals 18-jährigen Jüdin in Auschwitz in den Arm geritzt. Von da an war sie nicht mehr Esther Loewy, sondern nur noch eine Nummer. Diese 41948 hat sich genauso unauslöschlich in ihre Haut gebrannt wie die Erinnerungen an die Hölle von Auschwitz in ihr Herz.

Während ihres Kurzaufenthalts in Bad Salzuflen war die heutige Hamburgerin in die Begegnungsstätte Schötmar eingeladen. Alle 60 Stühle waren besetzt. Die Mitbegrüderin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, Musikerin und unermüdliche Zeitzeugin der NS-Verbrechen legte an dem Abend Auszüge aus dem reichen Erfahrungsschatz ihres 82-jährigen Lebens vor, die sie in der Autobiographie „Wir leben trotzdem” veröffentlicht hat.

Esther Bejarano, die Tochter einer jüdischen Familie aus Saarbrücken, überlebte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, weil es ihr gelang, als Akkordeonspielerin dem "Mädchenorchester von Auschwitz" zugeordnet zu wer den. Ihre Eltern und ihre Schwester wurden Opfer des Holocaust. Esther Bejarano überstand nicht nur Auschwitz, sondern anschließend auch das Konzentrationslager Ravensbrück und den Todesmarsch.
 

Nach der Lesung: Esther Bejarano signiert ihr Buch „Wir leben trotzdem"

Nach der Lesung: Esther Bejarano signiert ihr Buch "Wir leben trotzdem"
FOTO: PRIVAT


Nach der Befreiung nach Palästina ausgewandert, kehrte sie 1960 nach Deutschland zurück, in ihre Heimat und die Heimat der Mörder ihrer Familie. Viele Jahre später begann sie, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Bis heute engagiert sie sich gegen Rassismus und Antisemitismus.

Der Leseabend wurde laut einer Pressemitteilung der reformierten Gemeinde Schötmar von Pfarrer Andreas Gronemeier moderiert, der auch aus der Biographie Ester Bejaranos berichtete. Nach dem Vortrag erreichte Bürgermeister Wolfgang Honsdorf dem Gast den Wappenteller der Stadt Bad Salzuflen. Die Schülerin Carolin Sachs hatte mit drei Violinstücken für die musikalische Umrahmung gesorgt. Bei einem Stehempfang im Anschluss an die Veranstaltung ermutigten Mitglieder des Christlichen Büchervereins zum Gespräch der Gäste untereinander und mit der Auschwitz-Überlebenden, was intensiv wahrgenommen wurde.

Veranstalter des Abends waren der „Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945", der Bad-Salzufler Ratschlag gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus, der Christliche Bücherverein Schötmar und die Kirchengemeinde..


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