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GOTHAER TAGESPOST/THÜRINGISCHE LANDESZEITUNG
14-03-2007 |
Was es heißt, Tag und Nacht in Angst zu leben
Edith Erbrich erzählt von ihrer Zeit im KZ Theresienstadt
Neudietendorf. (tlz/lys) Es ist nicht leicht, sich als Zeitzeugin
hinzustellen und von seinem Leben zu erzählen. Doch Edith Erbrich tut es
seit Jahren wieder und wieder. „Es ist wichtig, jungen Menschen von dieser
Zeit zu erzählen. Und ich bin es den Kindern schuldig, die das KZ
Theresienstadt nicht überlebt haben." Gestern ist die 69-Jährige zu Gast
im von-Bülow-Gymnasium Neudietendorf. Der Kontakt kam über das
Aktionsbündnis gegen rechte Gewalt zustande.
Sieben Jahre alt war Edith Erbrich, als sie am 14. Fe bruar 1945 mit ihrer
Schwester und dem Vater zur Frankfurter Großmarkthalle bestellt und dann
auf dem Bahnhof in Viehwaggons verladen wurde. Die Mutter wollte sie in
die ungewisse Zukunft begleiten, durfte aber nicht. Sie war Christin, der
Vater Jude. „Da mals hab' ich meinen Vati das erste Mal weinen sehen."
Die Schüler der Klasse 7b erfahren auch von ihrer Kindheit vor der
Deportation. Sie hören vom offenen Haus ihrer Eltern, in das Freunde zum
Spielen kamen und deren Religion keine Rolle spielte. Sie hören, was sich
unter den Nationalsozialisten änderte. Wie kontrolliert das Leben wurde
und jeder sich in Gefahr begab, der zu jüdischen Familien Kontakt hatte.
Die Mädchen durften nicht zur Schule und bei Fliegeralarm nicht in den
öffentlichen Bunker. In einer Bombennacht brannte auch ihr das Wohnhaus
ab.
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"Aber ihr habt doch jetzt Pause ..." - Nach ihrem
Vortrag war Edith Erbrich positiv überrascht, weil sich die Schüler
gleich um sie scharten und ihr Fotoalbum durchblättern
FOTO: WERNER |
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