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FLENSBURGER TAGEBLATT, 05-11-2002 |
Gedichte aus dem KZ
Neue Ausstellung in Dänischen Zentralbibliothek
Flensburg, cw
Nicht das Schreckliche, sondern der Überlebenswille und der Mut
der Kinder sollen bei der neuen Ausstellung in der Dänischen
Zentralbibliothek Flensburg im Vordergrund stehen, erklärt die
Leiterin des evangelischen Frauenwerks Ute Morgenroth. Gestern
wurde als Auftakt der Veranstaltungsreihe
„Erinnern um zu lernen - Gedenken um zu verändern" eine Ausstellung
eröffnet, die an die 11000 jüdischen Kinder erinnert, die in das
KZ Theresienstadt deportiert wurden.
Gemeinsam mit dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 bis
1945 organisierten die Dänische Zentralbibliothek, das
Frauenwerk, das Jugendwerk des Kirchenkreises Flensburg, der
Frauennotruf, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und
andere Organisationen die Ausstellung
„Kinder im KZ Theresienstadt - Zeichnungen, Gedichte, Texte".
Sie zeigt auf 15 Schautafeln Dokumente von Kindern, die aus
Ländern wie Deutschland, Dänemark, Österreich, den Niederlanden
oder Polen in das nördlich von Prag gelegene Konzentrationslager
deportiert worden waren. Die meisten von ihnen wurden in
Auschwitz ermordet. Die Dokumente spiegeln das unmenschliche Leben im KZ wider.
Theresienstadt war ein Durchgangslager, in dem die Menschen gesammelt wurden, bevor sie
der Zwangsarbeit oder Vernichtung zugeführt wurden.
Schüler des elften Jahrganges aus der Duborg Skolen trugen das
selbst komponierte Lied „Livets lys slukkedes" vor, bevor Paul Aron Sandfort aus
seinem autobiografischen Roman "Ben - Vogel aus der Fremde"
Dänisch vorlas. Der Literatur- und Musikwissenschaftler
beschreibt darin seine Kindheit in Dänemark und die Deportation
der Familie nach Theresienstadt im Jahre 1943.
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Kinder erzählen
von ihren Erlebnissen in Theresienstadt. Foto: eud |
Die Ausstellung war
zuvor in Pattburg gezeigt worden. Eine weitere Einweihungsfeier
mit der Pröpstin Jutta Gross-Ricker findet am 17. November, um
17 Uhr, im Rahmen eines Konzerts mit Esther und Edna Bejarano in
der St. Nikolai-Kirche, Südermarkt, statt. Die Ausstellung wird
bis zum 30. November, von 9 bis 19 Uhr, zu sehen sein.
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