Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

"informationen" Nr. 58, November 2003 
Selbstbehauptung und Widerstand von Sinti und Roma im Nationalsozialismus

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In der umfangreichen Literatur zum Widerstand wird der von Sinti und Roma geleistete Widerstand kaum beachtet. Dies liegt in erster Linie an der allgemeinen Verdrängung der Völkermordverbrechen an unserer Minderheit bis weit in die 1980er Jahre hinein. Trotz der schwierigen Quellenlage sollen zumindest einige Aspekte dieses Widerstandes aufgezeigt werden.1

Selbstbehauptung und Widerstand von Sinti und Roma sind zunächst einmal zu begreifen als Reaktion auf die national-sozialistische "Rassenpolitik", welche unserer Minderheit zunächst die bürgerlichen Rechte, schließlich das bloße Existenzrecht absprach. Diese beabsichtigte unsere totale Vernichtung vom Säugling bis zum Greis. Daher leiten sich auch die verschiedenen Formen des Widerstands vom jeweils spezifischen Charakter und dem Stadium der Verfolgung ab. Widerstand war zunächst einmal gleichbedeutend mit dem Versuch des bloßen Überlebens. Darüber hinaus zielte er auf die Bewahrung jener Würde, die den Sinti und Roma von selbsternannten Herrenmenschen abgesprochen worden war.

Es bedarf keiner Erklärung, dass Zeugnisse des Widerstands von Sinti und Roma in den Täterquellen nur sehr selten, und wenn, dann meist in entstellter Form auftauchen. Gerade bei diesem Thema ist wichtig, die Perspektive der Mörder nicht unkritisch mit der historischen Wirklichkeit gleichzusetzen, wie dies leider auch in neueren Publikationen allzu oft geschieht. Den Großteil unseres heutigen Wissens verdanken wir der von Sinti und Roma mündlich überlieferten Geschichte, den Aussagen der Überlebenden und den Erinnerungsberichten jener Menschen, die selbst aktiv am Widerstand beteiligt waren. Gerade ihre Zeugnisse machen bewusst, dass die Geschichte des Widerstands nicht zuletzt eine Geschichte persönlichen Mutes vieler einzelner Menschen ist.

Proteste gegen die Entrechtung

Von Anfang an haben Sinti und Roma versucht, sich gegen ihre Entrechtung und Ausgrenzung zur Wehr zu setzen. Manche versuchten auf offiziellem Wege Protest gegen diskriminierende Bestimmungen einzulegen, teilweise sogar mit Hilfe von Rechtsanwälten. Dies hatte freilich nur in den ersten Jahren des Regimes Aussicht auf Erfolg, bis die Reste von Rechtsstaatlichkeit vollends ausgehöhlt waren. Ein Beispiel für diesen Prozess zunehmender Entrechtung ist mein Großvater Anton Rose, der mit seinen Söhnen in Darmstadt ein Lichtspieltheater betrieb. Bereits im August 1934 versuchte die Gaustelle Hessen-Nassau bei der Reichsfilmkammer seinen Ausschluss zu erwirken. Mein Großvater legte daraufhin Beschwerde ein und erhielt zunächst Recht. Der Präsident der Reichsfilmkammer lehnte den Ausschluss ab mit der Begründung:

"Es ist nichts dafür beigebracht, dass er sein Gewerbe nicht ordnungsgemäß ausgeübt habe. Das einzige, was bisher zu seinem Nachteil vorgetragen worden ist, ist, dass er wie ein Zigeuner aussehe. Ein unvorteilhaftes Äußeres eines Volksgenossen kann nicht Veranlassung geben, ihm seinen Broterwerb zu entziehen." 2

Der Erfolg der Beschwerde von Anton Rose war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits 1937 erfolgte das endgültige Berufsverbot für das Familienunternehmen.

Verweigerung der rassistischen Erfassung

Eine wichtige Voraussetzung für die späteren Deportationen war die vollständige Erfassung der im deutschen Reich lebenden Sinti und Roma durch die 1936 in Berlin gegründete "Rassenhygienische Forschungsstelle". Im Auftrag Himmlers erstellten Dr. Robert Ritter und seine Mitarbeiter auf der Basis umfangreicher Genealogien nahezu 24.000 "Rassegutachten", die als Planungsgrundlage für den Völkermord dienten. Trotz vielfältiger Drohungen hat es Versuche gegeben, sich der rassistischen Erfassung zu verweigern. Ein Beispiel hierfür ist Anton Guttenberger, der mit seiner Familie in Schorndorf lebte. Als am 2. April 1938 Dr. Adolf Würth, ein Mitarbeiter der "Rassenhygienischen Forschungsstelle", hier eintraf, wehrte sich Anton Guttenberger entschieden gegen die vorgesehenen Untersuchungen seiner Familie. In einer Meldung an den Schorndorfer Bürgermeister heißt es:

"Guttenberger weigert sich, sich untersuchen zu lassen mit folgender Begründung: ‚Er und seine Familie seien keine Zigeuner, auch wenn sie Zigeuner wären, ließen sie sich nicht rassenkundlich untersuchen, da es hierfür kein Gesetz gebe' ... Dr. Würth erklärt, dass seine weiteren Untersuchungen in Württemberg durch die Weigerung des Guttenberger in Frage gestellt seien, da auch andere Zigeuner in anderen Orten sich auf das Beispiel des Guttenbergers berufen werden." 3
 
Die mutige Verweigerung Anton Guttenbergers konnte die Deportation letztlich nicht verhindern. Als sogenannte "Zigeunermischlinge" klassifiziert, wurde die Familie im Frühjahr 1943 nach Auschwitz deportiert, wo die meisten Angehörigen ermordet wurden.

Versuche, sich nicht den "Nürnberger Gesetzen" zu unterwerfen

Einen wichtigen Einschnitt der gegen Sinti und Roma gerichteten "Rassenpolitik" stellen die "Nürnberger Gesetze" dar. Ebenso wie jüdischen Menschen, so wurde auch den Sinti und Roma die Heirat mit "Ariern" untersagt. Dass betroffene Menschen versuchten, diese diskriminierenden Bestimmungen zu umgehen, zeigt das Schicksal der Sintezza Christine Lehmann. 4  Die junge Frau, 1920 in Duisburg geboren, lebte mit Karl Hessel, der in der Sprache der Nazis als "Deutschblütiger" galt, zusammen. Anfang 1939 kam ihr erstes Kind Karl-Egon zur Welt, die Heirat hatte man ihnen verboten. Ende 1941 wurde das Paar erstmals vorgeladen. Man teilte ihnen mit, dass das "Verhältnis" nicht mehr geduldet werde. Das Paar meldete daraufhin die gemeinsame Wohnung ab und lebte heimlich zusammen in der Wohnung der Eltern von Karl Hessel. Im März 1942 brachte Christine Lehmann ein zweites Kind zur Welt. Erneut vorgeladen, bestritt sie, dass Karl Hessel der Vater sei, fand aber bei den Behörden keinen Glauben. Am 20. Januar 1943 beantragte die Kriminalpolizei Duisburg "polizeiliche Vorbeugungshaft" gegen Christine Lehmann mit der Begründung:
"Nur so ist es möglich, die eheähnliche Gemeinschaft der benannten Personen zu unterbinden und die Reinerhaltung des deutschen Blutes zu gewährleisten."

Bereits am 26. Januar 1943 bestätigte die Kriminalpolizeistelle Essen die Anordnung der "polizeilichen Vorbeugungshaft"; auch ihr "deutschblütiger Partner" sei "auf das Nachdrücklichste zu verwarnen und ihm bei erneutem Verstoß ebenfalls polizeiliche Maßnahmen anzudrohen". Christine Lehmann tauchte kurz darauf unter; Anfang April 1943 wurde sie entdeckt und mit dem nächsten Transport nach Auschwitz deportiert, wo die SS sie Ende 1944 ermordete. Obwohl die Mutter von Karl Hessel, der inzwischen zur Wehrmacht einberufen worden war, verzweifelt versuchte, ihre Enkel vor der Vernichtung zu retten, wurden der fünfjährige Egon und der erst zweijährige Robert im Frühjahr 1944 ebenfalls nach Auschwitz deportiert und wenig später ermordet. Neben Christine Lehmann und Karl Hessel sind weitere Paare bekannt, die sich nicht trennen wollten und wegen Verstoßes gegen die "Nürnberger Gesetze" in Konzentrationslager deportiert wurden.

Ein beeindruckendes Zeugnis gegen die Ausgrenzung stammt aus dem österreichischen Burgenland. Nach dem sogenannten "Anschluss" waren die dort lebenden Sinti und Roma den gleichen Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt wie im "Altreich". Eine der treibenden Kräfte war der Hauptmann der Landeshauptmannschaft des Burgenlandes und dessen erster Gauleiter Tobias Portschy. Franz Horvath und andere Sinti und Roma aus Redelschlag, einem Ort im Bezirk Unterbarth, verfassten am 12. Mai 1938 einen Beschwerdebrief an die Reichsregierung. Darin heißt es:
"Viele unserer Männer waren im Weltkrieg und kämpften für das Vaterland so gut wie andere. Doch das hat Dr. Portschy nicht beachtet ... Dr. Portschy hat gegen uns sämtliche bürgerlichen Rechte eingestellt ... wir sind römisch-katholischer Abstammung von jeher gewesen und so habe ich mich gezwungen gesehen, für uns alle bei der hohen Reichsregie-rung Beschwerde zu erstatten." 5 Wenige Wochen später wurde der "Beschwerde-führer", der 63-jährige Franz Horvath, verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Den anderen Unterzeichnern des Briefes gelang rechtzeitig die Flucht.
 
Proteste gegen Verhaftungen und Gesuche um Freilassung

Von den Massenverhaftungen der Jahre 1938/1939 waren neben jüdischen Menschen auch Hunderte von Sinti und Roma betroffen; sie mussten in den Konzentrationslagern Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen Sklavenarbeit für die neu gegründeten Unternehmen der SS leisten. Oftmals versuchten Familienangehörige, durch Eingaben oder persönliche Intervention die Freilassung ihrer inhaftierten Männer zu erreichen. So sah sich das Reichskriminalpolizeiamt veranlasst, am 30. Juni 1938 per Fernschreiben allen Leitstellen mitzuteilen:
"Es hat sich herausgestellt, daß in Folge der Festnahmen männlicher Zigeuner deren Frauen ... sich nach Berlin begeben haben ... Ich bitte zu veranlassen, daß der Zuzug nach Berlin unterbleibt, widri-genfalls ich mich genötigt sehe, ebenfalls gegen diese Personen vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen." 6

Noch im April 1942, als der sogenannte "Festsetzungsbefehl" längst in Kraft war, verabschiedete der Chef der Sicherheitspolizei und des SD folgenden Erlass:
"In letzter Zeit häufen sich die Fälle, dass zigeunerische Personen bei den Polizeibehörden ihres Aufenthaltsortes die Ausfertigung von Urlaubsscheinen erwirken, um in Berlin beim Reichskriminalpolizeiamt ... und bei anderen Stellen Gesuche persönlich zu vertreten und die Abänderung von Entscheidungen zu erreichen." Sinti und Roma seien Reisen nach Berlin daher unter Androhung von KZ-Haft ausnahmslos zu verbieten. 7

Manchmal wandten sich Sinti und Roma mit Briefen direkt an die Kommandanten der Konzentrationslager oder gar an Himmler persönlich, um sich für deportierte Familienangehörige einzusetzen. Oftmals sind diese Briefe erschütternde Zeugnisse der Hilflosigkeit angesichts des übermächtigen Vernichtungsapparats. So heißt es in dem Brief eines Duisburger Sinto:
"Ich bin ein blinder Mann und sie haben mir 1940 drei Töchter und zwei Söhne nach Polen gebracht und ich weiß bis heute noch keinen Grund. Die ältere Tochter Leopoldine hat einen Mann, der im Felde steht und zwei Kinder. Sie war im Jahr 1940 schwanger und ist in Polen fortgelaufen und hat in Duisburg das Kind entbunden. Heute am 22. haben sie das Mädchen verhaftet, sie soll in ein Konzentrationslager gebracht werden ... Geben sie bitte die Tochter frei." 8
 
Bereits im September 1939, also unmittelbar nach der Entfesslung des Zweiten Weltkriegs, hatte eine Konferenz der SS-Führung unter Vorsitz von Heydrich beschlossen, alle Sinti und Roma aus dem Reichsgebiet in das besetzte Polen zu deportieren. Der Vorbereitung der geplanten Deportationen diente auch Himmlers "Festsetzungserlass" vom Oktober 1939, als allen Sinti und Roma unter Androhung von KZ-Haft verboten wurde, ihren Wohnort zu verlassen. Dennoch haben Sinti und Roma immer wieder gegen diese Auflage verstoßen, etwa um kranke Verwandte an anderen Orten zu besuchen oder an der Beerdigung verstorbener Familienangehöriger teilzunehmen.

Flucht und Untertauchen

Flucht und Untertauchen waren die wohl häufigsten Formen des Widerstandes von Sinti und Roma angesichts ihrer drohenden Deportation. Die erste, ganze Familien erfassende Deportation in das neugeschaffene "Generalgouvernement" fand im Mai 1940 statt. Einige Sinti und Roma aus Südwestdeutschland konnten der Deportation durch die Flucht nach Frankreich entgehen. Die in das besetzte Polen verschleppten Männer, Frauen und Kinder wurden gezwungen, in Ghettos und Konzentrationslagern unter unmenschlichen Bedingungen Sklavenarbeit zu leisten. Manchen gelang es zu fliehen und jahrelang im Verborgenen zu leben. Andere versuchten, sich bis nach Deutschland durchzuschlagen. Wurden sie entdeckt und verhaftet, zog dies unweigerlich die Deportation in ein Konzentrationslager nach sich. Die zurückgebliebenen Familienmitglieder versuchten häufig, Nachforschungen über deportierte Familienangehörige anzustellen; einige folgten ihnen sogar bis ins besetzte Polen.
 
In diesen Zusammenhang gehören auch die überlieferten Fälle geleisteter Fluchthilfe und die Unterstützung durch jene Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollten, als man ihre Nachbarn verschleppte. So berichtet der Sohn eines Berliner Fuhrunternehmers, dass sein Vater mit Sinti-Familien befreundet gewesen sei und eine Sintezza in einem von ihm betriebenen Café in Wedding längere Zeit versteckt habe. Als sie 1943 das Haus für kurze Zeit verließ, wurde sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. 9 Bekannt geworden ist die Geschichte des Sinto-Jungen "Muscha", der bei Pflegeeltern in Berlin aufwuchs. Im November 1944 holte die Gestapo den 12jährigen ab, um ihn zur Zwangssterilisation ins Krankenhaus zu bringen. Befreundete Sozialdemokraten brachten den Jungen heimlich aus der Klinik und versteckten ihn in einer Gartenlaube, wo er, fast fünf Monate untergetaucht, schließlich die Befreiung erlebte. 10

Manche Sinti-Familien versteckten sich bei Verwandten oder Bekannten auf dem Land, etwa auf Bauernhöfen, weil sie glaubten, dort weniger leicht entdeckt zu werden. Außerdem war es auf dem Land leichter, untergetauchte Menschen auch über längere Zeiträume hinweg mit Lebensmitteln zu versorgen.

Auch in den besetzten Ländern Europas sind Fälle bekannt, in denen es Sinti und Roma gelang, über viele Monate hinweg unterzutauchen. So versteckte sich ein 16-jähriger Sinto-Junge bei einem Bauern in Nordholland und konnte so der Deportation nach Auschwitz entkommen. Aus Kroatien berichtet der Rom Miso Nikolic, wie sich die ganze Familie fast drei Wochen in einer Lehmgrube verbarg, um den Massenerschießungen durch die SS zu entgehen. Die Lehmgrube befand sich auf dem Hof seines Taufpaten, einem Nicht-Rom. Während dieser Zeit versorgte er die Familie mit Wasser und Nahrung und gab selbst unter den Folterungen durch die SS das Versteck nicht preis. 11

Helfer ...

Wie diese Beispiele zeigen, wäre das Überleben im Versteck nicht möglich gewesen ohne das mutige Eintreten von Menschen, die sich weigerten, die Augen zu verschließen vor dem, was ihren Mitbürgern widerfuhr. Dies gilt auch für jene wenigen Beamten, die die Ausführung der Deportationsbefehle aus Berlin bewusst verzöger-ten bzw. umgingen oder die betroffenen Sinti- und Roma-Familien rechtzeitig warnten. In Wuppertal versteckte der Kriminalbeamte Paul Kreber eine Sinti-Familie in seinem Haus statt sie zum Zug nach Auschwitz zu bringen. In Heidelberg konnte der Beamte Fritz Herold die wenigen Sinti-Familien, die nach 1939 noch weiter in der Altstadt wohnten, vor der Deportation schützen. Ein weiteres Beispiel persönlichen Mutes ist Gotthilf Fritz, der in der Nähe von Schorndorf ein katholisches Mädchenheim leitete. Untergebracht war hier auch ein 16-jähriges Sinti-Mädchen namens Berta Georges, deren Eltern und neun Geschwister bereits zur Vernichtung nach Auschwitz deportiert worden waren. Als SS-Männer mehrfach versuchten, Berta Georges abzuholen, weigerte sich Gotthilf Fritz, ein überzeugter Christ, das Mädchen auszuliefern. Im Schorndorfer Heim konnte dank Fritz ein weiteres Sintimädchen namens Thea Reinhardt sowie ein jüdisches Mädchen überleben. 12

Dem mutigen Eintreten Einzelner steht das offenkundige Versagen der Kirchen gegenüber. Als die überwiegend katholischen Sinti und Roma deportiert wurden, regte sich von Seiten der Kirche keinerlei Protest. Dass die Verschleppung von Sinti-Kindern aus katholischen Heimen den höchsten Würdenträgern bekannt war, belegt u.a. ein Schreiben des Hildesheimer Diözesanbischofs Machens vom 6. März 1943 an Kardinal Bertram, den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz. Die Bischöfe, so Machens, seien als "Schützer der Bedrängten" verpflichtet, die Gläubigen von der schweren Missachtung der "Gottes- und Menschenrechte" zu unterrichten, welche die Deportation der Sinti und Roma darstelle, konkret verwies Machens auf die Verschleppung von Sinti-und Roma-Kindern aus Heimen seiner Diözese. Sein Brief blieb indes ohne Wirkung. 13

Ein nach unserem bisherigen Wissen einmaliger Vorgang ereignete sich bei der Deportation der Sinti und Roma aus Hamm. Am frühen Morgen des 9. März 1943 umstellten Beamte mit Maschinengewehren und Hunden das dortige Sammellager. Durch den Lärm aufgeweckt, begannen die Nachbarn eine heftige Auseinandersetzung mit den Beamten; es kam sogar zu einem Handgemenge. Natürlich konnten die Nachbarn die Deportation letztlich nicht verhindern. Sie nahmen jedoch Abschied von den weinenden Menschen und brachten so ihre Verbundenheit zum Ausdruck. 14

... und Denunzianten

Eines der Opfer einer Denunziation wurde die Karlsruher Sintezza Mathilde Kling. Ihre Geschichte ist wie kaum eine andere eine Geschichte des Widerstandes, eines verzweifelten Aufbegehrens gegen die übermächtige Maschinerie der Vernichtung. 15
 
Mathilde Kling arbeitete bei der Reichspost. Ihre Eltern und ihre Schwester Johanna waren im Mai 1940 in das besetzte Polen deportiert worden, nachdem man zuvor bereits ihren Vater, einen hochangesehenen Musiker, aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen hatte. Eltern und Schwester versuchten zu fliehen, wurden in Schlesien verhaftet und zurück nach Karlsruhe gebracht. Der Vater kam in das KZ Dachau, die Mutter und die Schwester nach Ravensbrück. Mathilde Kling versuchte mit allen Mitteln, ihre Eltern und ihre Schwester aus dem KZ freizukämpfen. Sie nahm sich einen Anwalt und fuhr sogar nach Berlin zum Reichssicherheitshauptamt, natürlich ohne jeden Erfolg. Bald darauf erfuhr sie vom Tod ihrer Eltern. Auf Grund ihrer Proteste wurde sie als "Zigeunermischling" aus dem Postdienst entlassen, fand jedoch eine neue, schlechtbezahlte Stelle als Bürogehilfin. Um ihre kleinen Geschwister zu versorgen, half sie darüber hinaus zwei "arischen" Frauen im Haushalt. Von einer dieser Frauen wurde sie schließlich - offensichtlich aus Gründen der Eifersucht - bei der Gestapo denunziert: Mathilde Kling habe sich nicht nur abwertend über Nazi-Größen geäußert, sondern darüber hinaus damit gedroht, sich nach dem Krieg an dem Polizisten, der die Deportation ihrer Eltern zu verantworten habe, zu rächen.
 
Trotz des mutigen Eintretens ihres Verteidigers verurteilte das Mannheimer Sondergericht Mathilde Kling wegen "Heimtücke" zu einem Jahr Gefängnis. Am 27. März 1943 wurde sie auf Drängen jenes Polizeibeamten, dem ihr Protest gegolten hatte, in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie ein halbes Jahr später den unmenschlichen Lebensbedingungen erlag. Der verantwortliche Beamte in Karlsruhe wurde für seine Beteiligung am Völkermord niemals zur Rechenschaft gezogen.

Fluchtversuche aus Konzentrationslagern

Einen besonderen Stellenwert nehmen die Fälle ein, in denen es Sinti und Roma gelang, aus einem der streng bewachten Konzentrationslager oder Ghettos zu entkommen. Bezeugt ist etwa die Flucht einer Gruppe von Roma aus dem Warschauer Ghetto im Jahr 1942, nachdem sie ihre Bewacher entwaffnen konnten. Auch aus dem Ghetto in Karczew konnten drei Roma entfliehen, wobei sie während der Verfolgung zwei Gestapomänner erschossen. Selbst aus dem Lagerabschnitt B II e in Auschwitz-Birkenau, von der SS "Zigeunerlager" genannt, gab es trotz der grausamen Strafen immer wieder aussichtslos erscheinende Fluchtversuche. Ergriffene Häftlinge, die einen Fluchtversuch gewagt hatten, wurden vor den Augen aller misshandelt und hingerichtet. Dennoch sind 42 flüchtige Sinti und Roma in Auschwitz belegt; die Jüngsten waren gerade 14 und 15 Jahre alt. 35 von ihnen wurden auf der Flucht oder nachträglich erschossen, nur von zwei Fluchtversuchen ist gesichert, dass sie erfolgreich waren.

Ich möchte eine erfolgreiche Flucht aus dem Konzentrationslager Neckarelz - einem Außenlager des KZ Natzweiler - schildern, die insofern eine Besonderheit darstellt, als sie von außen sorgfältig geplant und vorbereitet wurde. 16 Es handelt sich um meinen Vater Oskar Rose und seinen Bruder Vinzenz, die Söhne des Kinobesitzers Anton Rose, der sich bereits zu Beginn der NS-Diktatur gegen das Berufsverbot zur Wehr gesetzt hatte. Als die Deportationen einsetzen, kann die Familie zunächst fliehen. Nach Monaten der Flucht durch halb Europa werden die meisten Familienangehörigen in der Nähe von Schwerin verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Anton Rose erleidet in den Gaskammern von Auschwitz einen qualvollen Tod. Sein Sohn Vinzenz kommt vor der "Auflösung" des "Zigeunerlagers" auf Transport nach Natzweiler, von dort nach Neckarelz. Seine Frau und seine kleine Tochter kommen ebenfalls in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben. Oskar Rose gelingt es als einem der wenigen, der Verhaftung zu entgehen. Er kehrt zurück nach Heidelberg, wo er sich bei Bekannten in einem Försterhaus hinter einer Schrankwand versteckt hält. Schon zuvor hat er versucht, mit Hilfe falscher Papiere Lebensmittelmarken zu bekommen, um deportierte Familienangehörige mit Paketen zu versorgen. Als er erfährt, dass sein Bruder nach Neckarelz deportiert wurde und dort in einem unterirdischen Tunnel Zwangsarbeit leisten muss, begibt sich Oskar Rose zu dem Kommandanten des Lagers. Er gibt sich als italienischer Kriegsversehrter aus und behauptet, er habe einem verwundeten Kameraden versprochen, persönliche Grüße an Vinzenz Rose auszurichten. Tatsächlich gelingt es ihm, zu seinem Bruder vorzudringen und einige Minuten mit ihm zu sprechen. Dabei verabreden sie einen Fluchtplan. Oskar gewinnt einen polnischen Zwangsarbeiter, der mit seinem Lastwagen Kriegsmaterial in den Stollen transportieren muss, zur Unterstützung. Unter dem Fahrersitz versteckt, kann Vinzenz aus dem streng bewachten Lager entkommen. In Heidelberg hat Oskar alles zur weiteren Flucht vorbereitet. Mit Hilfe ihrer falschen Papiere gelangen die Brüder auf vielen Umwegen bis nach Bayern; oft entgehen sie nur um Haaresbreite der Verhaftung. In einem kleinen bayrischen Dorf können sie bis zur Befreiung durch die amerikanischen Truppen ihre falsche Identität aufrechterhalten.

Widerständigkeit und Flucht kennzeichnen auch das Verfolgungsschicksal von Rosa Friedrich, die 1940 als 16-Jährige in das Konzentrationslager Lackenbach im Burgenland eingeliefert wurde. Während ihre ganze Familie deportiert und ermordet wurde, gelang es Rosa zu fliehen und für fast 1 1/2 Jahre in München bei ihrem Bräutigam und späteren Ehemann unterzutauchen. Nach der Geburt ihres Sohnes wurde ihre falsche Identität entdeckt. Man deportierte Rosa Friedrich nach Auschwitz-Birkenau, von dort nach Ravensbrück und weiter in ein Außenkommando in Wolkenburg. Aus Sehnsucht nach ihrem Kind floh sie erneut, wurde jedoch festgenommen und nach ihrer Rückkehr ins Lager schwer misshandelt. Auf dem Todesmarsch nach Dachau unternahm sie einen letzten Fluchtversuch, diesmal mit Erfolg. 17

In den besetzten Gebieten gelang es einer relativ großen Zahl von Sinti und Roma zu fliehen und unterzutauchen. Dies gilt für die Niederlande und für das "Protektorat Böhmen und Mähren". In Ungarn flohen viele Sinti- und Roma-Familien nach der deutschen Besetzung im Oktober 1944 in die Wälder. Da die ungarischen Behörden die von den Deutschen angeordnete Erfassung der Sinti und Roma bewusst verschleppten oder gar boykottierten, erlebte ein großer Teil der ungarischen Roma die Befreiung durch die sowjetische Armee.

Widerstand in Konzentrationslagern

Formen des Widerstandes und der Selbstbehauptung von Seiten der Häftlingsgemeinschaft sind in der Erinnerungsliteratur überlebender Häftlinge vielfach beschrieben worden. Dies betrifft insbesondere die vielfältigen Formen der Solidarität und der Selbsthilfe unter den Häftlingen, und zwar ungeachtet der tiefen Gräben innerhalb der Häftlingshierarchie, die von der SS bewusst für ihre Zwecke ausgenutzt wurde. So berichtet etwa die Auschwitz-Überlebende Else Baker, die als achtjähriges Kind ganz allein in das "Zigeunerlager" Auschwitz-Birkenau deportiert wurde, dass sie nur überleben konnte, weil sich eine Mitgefangene ihrer angenommen hatte. 18 Von weiteren überlebenden Sinti und Roma wissen wir, wie wichtig gerade der Familienzusammenhalt in Auschwitz-Birkenau war. Man gab einen Teil der Ration, die ohnehin kaum zum Überleben reichte, an kranke Familienangehörige weiter, da jeder wusste, dass Arbeitsunfähigkeit den sicheren Tod bedeutete. Als eine Form des Widerstandes sind auch Versuche zu bewerten, inmitten von Entmenschlichung und Fremdbestimmung ein kleines Stück von Eigenständigkeit und Identität zu bewahren. So entstanden in Auschwitz-Birkenau Lieder in Romanes, die - heimlich gesungen - die grauenhaften Erfahrungen zu verarbeiten versuchten.

Es gab auch Formen der Auflehnung und des offenen Protestes. Die in Ravensbrück inhaftierte Georgette Ducasse berichtet in ihren Erinnerungen, dass die SS sie einmal zu 25 Schlägen verurteilt habe. Sinti-Frauen, die dazu bestimmt wurden, diese Strafe an ihr auszuführen, verweigerten sich mit der Begründung, auch sie seien Gefangene. Eine andere Französin - Simone Saint-Clair - notierte am 23. November 1944 in ihr Tagebuch, dass "eine Revolte im Lager" stattgefunden habe: Sinti- und Roma-Frauen hatten sich während des Appells nicht in die Disziplin gefügt, weil man ihre Kinder weggenommen habe; sie wurden daraufhin auf Trans-port geschickt. 19

Der Aufstand in Auschwitz-Birkenau

Höhepunkt des Widerstands gegen die nationalsozialistische Vernichtungspolitik war der Aufstand in Auschwitz-Birkenau am 16. Mai 1944, als die SS erstmals versuchte, das sogenannte "Zigeunerlager" zu "liquidieren". Willi Ernst, der selbst an der Widerstandsaktion beteiligt war, hat - wie viele weitere Überlebende - die Vorgänge später in einem Interview geschildert:
"Unser Blockältester hat uns im Mai 1944 gewarnt, dass wir vergast werden sollten. Daraufhin haben sich alle, so gut es irgend ging, bewaffnet. Ich selbst besaß ein Messer, andere hatten Werkzeuge, Knüppel. Wir wollten nicht kampflos in die Gaskammer gehen. Als die Blocksperre kam, haben wir uns verbarrikadiert. Die SS hat offenbar bemerkt, dass wir entschlossen waren, Widerstand zu leisten und so hat sie die ursprünglich geplante Vernichtungsaktion aufgegeben." 20

Bestätigt werden diese Aussagen u.a. von dem polnischen Auschwitz-Häftling Tadeusz Joachimowski, einem politischen Gefangenen, der als Funktionshäftling die Vorgänge von außen genau beobachten konnte. In seinem Bericht heißt es:
"Als der Tag der Vergasung kam, setzten sich die Zigeuner zur Wehr, indem sie sagten, dass sie sich so ohne weiteres nicht aus den Blocks heraustreiben lassen werden, sie werden sich wehren, und bei dieser Gelegenheit werden auch verschiedene von den SS-Männern daran glauben müssen." 21
 
Die SS-Männer, so Joachimowski weiter, waren durch den unerwarteten Widerstand so sehr schockiert, dass sie die geplante Vernichtungsaktion abbrachen. In der Folgezeit begann die SS damit, alle "arbeitsfähigen" Sinti und Roma zu selektieren, um sie zur "Vernichtung durch Arbeit" in die Konzentrationslager im Reichsgebiet zu deportieren. Übrig blieben etwa 2.900 Sinti und Roma - vor allem alte und kranke Menschen sowie Kinder, die bei der endgültigen Auflösung in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 in die Gaskammern getrieben wurden. Obgleich diesmal jeder Widerstand aus-sichtslos war, leisteten die Menschen erneut verzweifelte Gegenwehr, wie Zeugen nach dem Krieg übereinstimmend aussagten.
 
Auch bei anderen Vernichtungsaktionen haben sich Sinti und Roma ihren Peinigern widersetzt. Vom verzweifelten Widerstand im Angesicht des Todes berichtet ein Überlebender des Vernichtungslagers Treblinka, der ein Massaker an Sinti und Roma als Augenzeuge miterlebt hat. Er schildert, wie die SS Frauen und Kinder von den Männern trennte, dann die Männer mit Maschinenpistolen in einer Grube erschoss. In seiner Aussage heißt es weiter:
"In Gegenwart ihrer Mütter ergriffen die SS-Männer die Säuglinge und töteten sie, indem sie sie mit dem Kopf gegen einen Baum schlugen. Mit Peitschen und Stöcken prügelten sie auf die Frauen ein, die wie rasend waren von dem Anblick. Sie warfen sich auf die Soldaten, zerrten an ihnen, um ihnen die Säuglinge zu entreißen, die man ihnen fortgenommen hatte. Dieser Szene setzten erst die dichten Schuss-Salven der SS und der Soldaten ein Ende." 22

Im bewaffneten Widerstand

Abschließend sei noch auf die Teilnahme von Sinti und Roma an den Befreiungsbewegungen im besetzten Europa eingegangen. Auch hier gilt, dass unser Wissen noch immer bruchstückhaft ist. Die wenigen Quellen, die Zeugnis ablegen von der Beteiligung von Sinti und Roma am bewaffneten Widerstand, stammen zumeist aus Berichten ehemaliger Widerstandskämpfer. Vor allem für Frankreich und Südosteuropa ist die Zusammenarbeit mit Widerstandsgruppen und Untergrundorganisationen dokumentiert. In Frankreich beteiligten sich Sinti und Roma an der Verbreitung von antideutschen Flugblättern, der Übermittlung geheimer Informationen sowie an der Bergung und am Transport von Waffen, die von britischen Flugzeugen abgeworfen worden waren. Sie versteckten Résistance-Kämpfer und versorgten sie mit Lebensmitteln. Außerdem halfen sie abgeschossenen Piloten oder geflohenen Kriegsgefangenen nach England zu entkommen und bauten hierfür ein regelrechtes Fluchtwegenetz auf. Zeitweilig lebten Sinti und Roma mit bewaffneten Widerstandsgruppen in den Wäldern; viele wurden von der Gestapo verhaftet und ermordet. Auch einige Offiziere der französischen Widerstands-bewegung waren Angehörige der Minderheit. Sie führten während der Landung der Alliierten in der Normandie flankierende Partisanenangriffe auf die deutschen Besatzungstruppen durch und wurden dafür später mit hohen Auszeichnungen geehrt.

Angesichts der systematischen Vernichtungspolitik im besetzten Serbien schlossen sich viele Sinti und Roma der "Nationalen Befreiungsfront" unter Tito an. Allein in der Stadt Nis waren es 250 Roma, etwa die Hälfte kam beim Kampf gegen die deutschen Besatzer ums Leben. In den Bergregionen Montenegros gingen Sinti und Roma, unter ihnen viele Jugendliche, zu den Partisanen oder bildeten eigene Widerstandsgruppen. In der Region Kosovo zwangen Roma den lokalen Polizeichef, die Vernichtungsbefehle der SS zu umgehen. Bekannt wurde auch der Widerstand eines Rom, der als Mechaniker in einer Reparaturwerkstätte der Wehrmacht Sabotage betrieb. Er stellte Benzinbomben für Partisanen her und sprengte später das ganze Materiallager samt Benzin, Fahrzeugen und Munition in die Luft. 23

Auch in der Slowakei versorgten Sinti und Roma Partisanen mit Lebensmitteln und Waffen. Slowakische Roma beteiligten sich am nationalen Aufstand gegen die slowakische Marionettenregierung, viele wurden Opfer der deutschen Vergeltungsmaßnahmen. Ein bekannter, nach der Befreiung hoch dekorierter Offizier der Widerstandsbewegung war der Rom Tomas Farkas.

In Polen, wo Hunderte Roma sich den Partisanen in den Wäldern anschlossen, und in der Sowjetunion waren Sinti und Roma ebenfalls am Widerstand gegen die deutsche Besatzung und ihre mörderische Ausrottungspolitik beteiligt. Daneben dienten viele Roma als reguläre Soldaten in der Roten Armee. Auch Tausende englische Roma beteiligten sich freiwillig an der Zivilverteidigung ihres Landes oder waren Soldaten in der britischen Armee. Viele Sinti und Roma kämpften also in den Reihen der alliierten Truppen, die Europa unter großen Opfern von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft befreiten.

Dieser Beitrag versuchte zu zeigen, dass Widerstand von Sinti und Roma in erster Linie als Reaktion auf die nationalsozialistische Vernichtungspolitik an unserer Minderheit zu verstehen ist. Selbst in ausweglosen Situationen haben Sinti und Roma versucht, ihren Mördern zu trotzen. Sie gingen "nicht wie die Schafe zur Schlachtbank", um den bekannten Buchtitel des Auschwitz-Überlebenden Hermann Langbein zu zitieren. Uns bleibt die Aufgabe, an den Mut dieser Menschen, ihre Hoffnung und ihre Verzweiflung, immer wieder zu erinnern, um ihr Vermächtnis zu bewahren.

Anmerkungen:
1 Eine Ausnahme ist das Buch von Ulrich König: Sinti und Roma unter dem Nationalsozialismus. Verfolgung und Widerstand. Bochum 1989. Eine gekürzte Fassung dieses Aufsatzes erschien kürzlich in: Dem Ideal der Freiheit dienen - ihrer Vorkämpfer gedenken. Festgabe für Wolfgang Michalka. Herausgegeben vom Förderverein Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte. Rastatt 2003
2 Privatbesitz, Kopie im Archiv des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg.
3 Uwe Jens Wandel: Die Schorndorfer Familie Guttenberger. In: Heimatblätter. Jahrbuch für Schorndorf und Umgebung. Bd. 7, 1989
4 Zum Folgenden vgl. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, BR 1111/44.
5 DÖW 12543, vgl. auch Widerstand und Verfolgung im Burgenland. Herausgegeben vom DÖW. 2. Aufl., Wien 1983, S. 254 f.
6 Stadtarchiv Hann. Münden C 1921
7 Stadtarchiv Greven Sta 6 B 3870
8 Hauptstaatsarchiv Düsseldorf BR 1111/104
9 Heiko Roskamp: Verfolgung und Wider-stand. Tiergarten - ein Bezirk im Span-nungsfeld der Geschichte 1933-1945. Berlin 1985, S. 98
10 Josef Müller: Das Kind Muscha.Berlin 1992 (Beiträge zum Widerstand 1933-1945. Hg. Gedenkstätte Deutscher Widerstand) 
11 Miso Nikolic: "... und dann zogen wir weiter". Lebenslinien einer Roma-Familie. Klagenfurt/Celovec 1997, S. 45-57
12 Interview mit Margarete Löffler, der Toch-ter von Gotthilf Fritz, am 8. Juli 1997
13 Akten Deutscher Bischöfe über die Lage der Kirche 1933-1945. Bd. VI (1943-1945).Bearbeitet von Ludwig Volk. Mainz 1985, S. 39 f.
14 Mechthild Brand: "... nach Auschwitz über-führt". Verfolgung und Vernichtung von Sinti-Familien aus Hamm (Westfalen) während des "Dritten Reiches". In: Der 50. Jahrestag der Vernichtung der Roma im KL Auschwitz-Birkenau. Oswiecim 1994, S. 53 f.
15 Zum Folgenden: Michail Krausnick: Wo sind sie hingekommen? Der unterschlagene Völkermord an den Sinti und Roma. Gerlin-gen 1995, S. 15-53 sowie ders.: Abfahrt Karlsruhe 16.05.1940. Die Deportation der Karlsruher Sinti und Roma - ein unter-schlagenes Kapitel aus der Geschichte unserer Stadt. Karlsruhe 1990, S. 37-43
16 Interview mit Vinzenz Rose am 10. Juni und am 1. Oktober 1991
17 Ludwig Eiber: "Ich wusste, es wird schlimm." Die Verfolgung der Sinti und Roma in München 1933-1945. München 1993, S. 108
18 Else Baker: Als Kind in Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück. In: Edgar Bamberger, Annegret Ehmann (Hg.): Kinder und Jugendliche als Opfer des Holocaust. 2. Aufl. Heidelberg 1997, S. 179-189
19 Beide Berichte bei Hermann Langbein: "... nicht wie Schafe zur Schlachtbank". Widerstand in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern 1938-1945. Frank-furt am Main 1980, S. 191
20 Interview mit Willi Ernst am 6. August 1994
21 Zitiert nach Ulrich König (wie Anm. 1) S. 130
22 Jerzy Ficowski: Wieviel Trauer und Wege - Zigeuner in Polen. Frankfurt am Main 1992, S. 69 f.
23 Karola Fings, Cordula Lissner, Frank Spa-ring: "... einziges Land, in dem Judenfrage und Zigeunerfrage gelöst". Die Verfolgung der Roma im faschistisch besetzten Jugos-lawien 1941-1945. Köln 1992, S. 48 f. und 63-91
Romani Rose

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