"informationen"
Nr. 50, November 1999 - Editorial
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Liebe
Leserinnen und Leser, die informationen erscheinen mit dieser Ausgabe zum 50.
Mal. Dass dies möglich wurde, ist der Arbeit und Unterstützung unserer
Mitglieder, vieler Freundinnen und Freunde des Studienkreises zu
verdanken, dem großen Kreis von Autorinnen und Autoren, die sich ohne
Anspruch auf ein Honorar zur Verfügung stellten.
Es
war in den letzten Jahren mehrmals in Frage gestellt - bedingt durch die
anhaltende schwierige finanzielle Situation -, ob es überhaupt zu einer solchen
50. Ausgabe der informationen kommen würde. Allen möchten wir - auch
im Namen des Vorstandes - Dank sagen für Vertrauen und Solidarität, die dies
dennoch ermöglichten.
Unsere
"Jubiläumsausgabe" hat - bedingt durch den einzuhaltenden Umfang -
nur einen begrenzten Rückblick zum Inhalt, und es wäre zu wünschen, dass
jüngere Historiker vielleicht einmal ermitteln, welche Fragen der Zeitgeschichte
sich in der Zeitschrift reflektierten und wie sie andererseits zur Vermittlung
antifaschistischer Politik und Geschichte beigetragen
hat. Die informationen, die ursprünglich nur die bescheidene Absicht
verfolgten, Informationen über die Arbeit des Studienkreises zu geben, sind längst
zu einem bedeutenden Fundus für die Forschungsarbeit über Faschismus und
Antifaschismus geworden.
Wir
verbinden in dieser Ausgabe unseren Rückblick mit einem Ausblick auf ein
wichtiges Erfordernis künftiger Arbeit:
Der Zukunft der Erinnerung. Antifaschistische Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit
gewinnt schon deshalb eine zentrale Bedeutung, weil
sich die Zahl der Zeitzeugen leider rapide verringert.
Mit
den Beiträgen von Renate Knigge-Tesche, Peter Reif-Spirek - den wir erstmals
ebenso wie Peter Chroust in unserem Autorenkreis begrüßen - sowie
mit dem Beitrag unseres Kollegen Peter Krahulec kommen Fachleute mit großen
Erfahrungen in der Gedenkstättenarbeit zu Wort. Sie werden ergänzt durch die
Dokumentierung einiger Veröffentlichungen zu diesem Thema, die in der Debatte
um das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" entstanden.
Wie man auch zu diesem Projekt stehen mag, zu seiner Vorgeschichte
und auch zum Beschluß des Bundestages, so vermittelt der Denkmalstreit zwei
wichtige, immer wiederkehrende Erkenntnisse, die auch für
unsere weitere Arbeit wesentlich sind: Es gibt keine Hierarchie der Opfer, an
alle und jeden muß erinnert werden, im NS Regime gab es keine Verfolgung
erster und zweiter Klasse, woran Romani Rose erinnerte. Und es verbindet sich
mit der Ablehnung an ein geteiltes Erinnern die Forderung nach Erhaltung der
bestehenden und die Schaffung neuer Gedenkstätten und Erinnerungsmöglichkeiten.
Hier werden wir auch weiterhin die langjährige Erfahrung des Studienkreises
einbringen, wie wir uns aber auch zugleich für neue Themen und
Fragestellungen zu
öffnen und auf veränderte Bedingungen einzustellen haben. Von unserem jetzt
gebildeten Wissenschaftlichen Beirat erhoffen wir hier Anregungen und Hilfe.
Und es bleibt zu wünschen, dass auch von unserer nächsten
Mitgliederversammlung Impulse ausgehen, die den Studienkreis weiter
stabilisieren, die informationen noch
interessanter und wirksamer und alles in allem unsere Arbeit erfolgreicher
machen.
Die
Redaktion
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